Der weibliche Weg: Annehmen

Wehre dich nicht...

Es geht darum uns selbst zu lieben. Liebe kann jedoch nur fließen, wenn wir nicht im Widerstand sind mit dem was ist. Dieser Widerstand ist meist nicht bewusst. Doch wir können sicher sein, dass er da ist, wenn Konflikte auftauchen. Dann ist es Zeit, genauer hin zu schauen. Entweder projizieren wir das auf Andere, was wir in uns selbst ablehnen, oder wir haben Urteile Anderer (meist unserer Eltern) verinnerlicht und wenden sie gegen uns selbst.

Taucht ein Konflikt auf ist der Moment gekommen, diese Abwehr bewusst zu spüren. Wo im Körper fühlst du sie? Ist irgendwo ein Knoten, eine Verkrampfung, fühlst du ein Loch oder einen Druck? Darf die Abwehr hier und jetzt da sein? Lass diesem Prozess Zeit.

Im nächsten Schritt kannst du dich fragen, was dir diese Abwehr sagen möchte, ob sie eine Botschaft hat. Vielleicht steigt ein Gefühl von Schmerz auf. Vielleicht kommen Bilder aus der Vergangenheit dazu, vielleicht auch Gedanken, die dir eine alte Geschichte erzählen, vielleicht von Ablehnung, von Nichtgeliebtsein, von Alleingelassensein...

Wir dürfen JETZT den Schmerz fühlen, den wir ein Leben lang vermeiden wollten. Er ist ein Geschenk, das wir in Dankbarkeit begrüßen können. All die tiefen Verletzungen, die in den Katakomben unseres Unbewussten schlummern, wollen ans Licht. Und wenn wir sie weiter unbeachtet in den Kellern liegen lassen, sind sie dennoch da und: sie wirken sich aus - unbewusst und garantiert nicht positiv.

Jeder Mensch hat solche "Leichen" im Keller, um die er einen großen Bogen macht. Er verschweigt sie vor sich selbst, statt ihnen ins Gesicht zu sehen. Das ist nur zu verständlich, aber nicht hilfreich. Denn so melden sich immer wieder die gleichen Konflikte, folgt das gleiche Abwehrverhalten, und wir landen wieder in der Sackgasse. Das sind "blinde Flecken", die wir gar nicht sehen KÖNNEN, weil wir uns reflexartig abwenden, wenn entsprechende Gefühle hoch kommen wollen. Es geht nicht darum sie zu analysieren, sondern darum sie zu fühlen. Auch die zugehörige Geschichte darf angeschaut werden, damit der Schmerz sich entfalten kann. Alles darf sein und darf uns durchfließen.

Der Weg des Annehmens führt ins Jetzt und in die Gefühle und Gedanken, die JETZT aufsteigen. Das was JETZT ist möchte unsere ganze, ungeteilte Aufmerksamkeit. So zeigt uns das Leben immer das Richtige im richtigen Moment. Mehr braucht uns nicht zu interessieren. Das Leben lenkt uns und gibt den Rhythmus und die Landschaft vor, die wir durchschreiten.

Das Leben will sich uns GANZ zeigen und uns heilen. Wir erfahren uns immer mehr als Gefäß, bewusst, wach und ganz. Wir stellen uns nicht als Beobachter ÜBER die Dinge, sondern tauchen ganz ein in das was gerade ist. Auf diese Weise vollziehen sich Lösungen, ändern sich Zustände und ereignen sich "Wunder", und die Liebe kann wieder fließen.

Startseite