Denken

...so viele Geschichten...

Unser "Kopfkino" übt die größte Faszination aus. Es spielt uns vielerlei Geschichten vor. Es geht um eine möglicherweise bedrohliche Zukunft über Verletzungen aus der Vergangenheit, eher selten dreht es sich um die Gegenwart und damit um das Einfachste, nämlich das was gerade IST. Dabei ist genau das unser Leben: das was gerade ist - sonst nichts.

Und da wir überzeugt sind, selbst Handelnde zu sein und etwas bewirken zu können, beschäftigen wir uns gedanklich auch viel mit Kontrolle und dem Versuch, das Leben irgendwie "in den Griff" zu bkeommen. Wir wollen uns nicht ausliefern. Wir KÖNNEN uns nicht ausliefern, weil wir uns so sehr vom Leben getrennt fühlen und kein Vertrauen mehr haben.

Wenn wir das Arbeiten unserer Gedanken und ihre Lieblingsinhalte im Innesein beobachten, kommen wir ihnen mehr und mehr auf die Schliche. Wir glauben der Denker zu sein, doch ist es nicht so, dass uns Gedanken einfach so geschehen? Wer kann sich schon aussuchen, welche Gedanken er denkt? Unsere Gedanken sind gar nicht "unsere" Gedanken - wir alle denken die gleichen Gedanken, haben die gleichen Befürchtungen, Urteile und Glaubenssätze - seit Jahrtausenden. Und vielleicht beginnen wir irgendwann damit, dieses "Ich", das so sehr im Zentrum steht, in Frage zu stellen und zu erforschen. Das ist die größte Leistung, die das Denken vollbringen kann! So lange wir nicht wissen, wer wir wirklich sind, bzw. wer wir nicht sind - werden die Gedanken nicht leiser werden.

Mit der Zeit geschieht es, dass die Geschichten weniger ernst genommen werden. Es ist erleichternd, die Dinge mit mehr Humor zu betrachten. Der Trick ist, die Gedanken mit all ihren Befürchtungen und Urteilen nicht mehr zu glauben. Das fällt um so leichter, je mehr wir dem Leben vertrauen können. Denn das LEBEN sorgt mit großer Güte und Liebe für uns.

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