Man sagt "Ich" und meint damit die Persönlichkeit, die einem ständigen Wandel unterworfen ist. Niemand ist noch derselbe, der er vor 20 Jahren war... Erfahrungen haben uns geprägt, wir haben Ansichten losgelassen oder neu gefasst, Ängste entwickelt oder verloren. Vieles, vieles geschieht im Laufe eines Lebens. So ist die Persönlichkeit eine Zusammenballung von Erfahrungen und daraus gezogenen Schlüssen, wie Meinungen, Überzeugungen, Neigungen. Da wir ständig weitere Erfahrungen machen, ist all dies in permanenter Veränderung begriffen, und nichts daran ist statisch. Doch WEM geschehen all diese Erfahrungen wirklich? Wir wissen es nicht mehr. Um dies heraus zu finden, geht es nicht darum, dieses "Ich" zu beseitigen, denn das ist völlig unmöglich! Dies ist eins der größten Missverständnisse vieler spirituell ausgerichteter Menschen, und war auch lange mein Missverständnis. Wir dürfen ein "Ich" haben. Wir dürfen es behalten. Der Haken ist, dass wir uns voll und ganz damit identifizieren und glauben, dieses "Ich" zu SEIN! Wer sich als ein "Ich" betrachtet, sieht um sich her lauter weitere "Ichs". So entsteht Distanz, Trennung. Diese Trennung ist nicht die Wahrheit. Deshalb entsteht Schmerz. Um das zu kompensieren, versuchen wir uns Dinge oder Personen einzuverleiben. Daraus erwachsen Probleme, die wiederum zu neuen Schmerzen führen... Es ist ein Teufelskreis. Wird man sich bewusst, dass die derzeitige Persönlichkeit aus Seifenblasen (Elementalen) besteht, die keine Substanz haben und sich ständig wandeln, uns besuchen und verlassen, so ist das schon ein guter Schritt. Weitere Beobachtung, Innesein und Selbsterforschung führen zu größerer Wachheit und lockern auf. Ich halte solcherlei innere Arbeit für eine große Tugend. Und sie endet nie! Der direkteste Weg, die Maske des Ich zu enttarnen, ist die Selbsterforschung, die man als Methode anwenden kann. |