Wir haben auf diesem Weg zu Gott letztendlich nichts als uns selbst. Und nur IN uns können wir uns der Quelle nähern. Bekommen wir eine Ahnung davon, sehen wir sie überall. Deshalb ist der Blick nach Innen eine kostbare Übung. Und egal, was wir dort vor finden - allein die Bemühung um größere Wachheit und Aufmerksamkeit setzt einen Prozess in Gang. Wir wissen nicht, WER wir sind, da unsere Persönlichkeit so vielschichtig ist und sich immer weiter verändert. So bleibt uns nichts anderes, als im Jetzt das jeweils gerade Auftauchende zu betrachten. Jedoch ganz ohne den Anspruch, anders sein oder werden zu müssen, ohne sich zu bewerten oder zu verurteilen, ohne sich nieder zu machen - einfach nur hin schauen. Im Inne-sein werden Konditionierungen bewusster, Impulse und Reaktionen. Wir lernen uns besser kennen und erfahren viel über das, was uns das Leben antrainiert hat. Wer dies häufig tut, stellt fest, dass alleine durch das Anschauen Gedanken verfliegen, sich verflüchtigen. Sie sind wie ertappte Diebe, die schnell das Weite suchen. Inne-sein ist die Übung der Meditation im täglichen Leben. Es ist immer Zeit und Gelegenheit, inne-zu-sein. Diese Übung, zu der man am Tag tausendmal wieder zurück kehren kann, bewirkt eine allmähliche Wandlung und Öffnung. Die wichtigste Frage, die du dir dabei stellen kannst ist: WER sieht das alles? Wer ist es, der inne ist? Wer ist sich all dessen bewusst und macht all diese Erfahrungen? Vielleicht wird dann erkannt, dass du nicht die wechselnden Inhalte bist. |