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(aus Wikipedia, gekürzt) Ramana Maharshi (* 30. Dezember 1879 in Tiruchuli im südindischen Tamil Nadu geboren; 14. April 1950). Ramana Maharshi begründete die Selbsterforschung (Atma Vichara) durch die Frage Wer bin ich? und gilt als einer der größten und bekanntesten Weisen und Vertreter des Advaita-Vedanta im 20. Jahrhundert.
Schon als er ein Kind und Jugendlicher war, wurde man wegen seines enormen Erinnerungsvermögens auf ihn aufmerksam. Später stach er auch durch seine Sportleistungen heraus. Er hatte einen ungewöhnlich tiefen Schlaf, so dass die Kinder um ihn allerlei Possen mit ihm trieben, ohne dass er dies bemerkte. Im Alter von 16 Jahren hatte er ein prägendes Erlebnis. Durch eine elementare Todesangst beschäftigte er sich mit der Frage, was es sei, dass im Tod stirbt. Er kam zu der Antwort, dass der Körper sterben mag, jedoch nicht der Geist bzw. das Bewusstsein. Später sagte er zu dem Erlebnis: Das Selbst war etwas sehr Reales, das einzige Reale in meinem derzeitigen Zustand, und die gesamte bewusste Aktivität meines Körpers konzentrierte sich auf dieses Selbst. Seither ist die faszinierende Kraft dieses Selbst im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit geblieben [...] Das Aufgesaugt-Sein in das Selbst dauert seitdem ohne Unterbrechung an. Andere Gedanken erscheinen und verschwinden wieder, ähnlich wie die Noten eines Musikstücks, aber das Selbst ist wie ein Grundton unter den anderen Noten stets vorhanden und mischt sich mit diesen. Auch wenn mein Körper vom Reden, Lesen oder was auch immer eingenommen ist, ist mein ganzes Sein nicht minder auf das Selbst zentriert. Vor dieser Krise vermochte ich das Selbst nicht klar wahrzunehmen, und ich fühlte mich nicht bewusst vom Selbst angezogen. Sechs Wochen nach diesem Erlebnis machte er sich auf zum heiligen Berg Arunachala, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Zunächst verweilte er im Keller des Arunachaleswara-Tempels in Tiruvannamalai und war dort so sehr im Selbst versunken, dass er nicht bemerkte, wie sich Geschwüre und Eiter an seinen Schenkeln bildete. Menschen, die seine hohe Verwirklichung erkannten, holten ihn ans Tageslicht und kümmerten sich um ihn. 1898 erfuhr seine Mutter von seinem Aufenthaltsort und versuchte, ihn zum Heimkommen zu überreden, aber ohne Erfolg. Von 1899 bis 1916 bewohnte er die Virupaksha-Höhle im heiligen Berg. Ramana war bis zu dieser Zeit immer noch nicht dazu zu bewegen gewesen, sein Schweigen zu brechen, das er seit seinem Aufbruch zum Arunachala eingehalten hatte. Menschen, die ihn besuchten konnten ihn aber dazu bewegen, schriftlich Fragen zu beantworten. Das Buch Nan Yar (dt. Wer bin ich?) enthält diese Fragen und umfasst die volle Quintessenz dessen, was er sein Leben lang zu sagen hatte. Er bezeichnet es als Selbstergründung. Von 1916 bis 1922 wohnte er mit seinen Anhängern und seiner Mutter im Skandashram, der sich etwas oberhalb der Höhle am Berg befindet. 1922 wurde seine Mutter ernsthaft krank und verstarb. Um das Grab der Mutter am Fuße des Berges entstand ein Ashram, in dem er fortan lebte. Der Ashram wuchs mehr und mehr und zog viele Suchende an. Die Menschen genossen die Stille in seiner Gegenwart, wünschten seinen Darshan zu erhalten und stellten Fragen an ihn. Er lehrte vorwiegend durch Schweigen, die vielen Fragenden verwies er auf Atma Vichara (Selbstergründung), wobei er versuchte, durch die Frage Wer bin ich? die Fragenden auf ihr wahres Selbst zu verweisen. Diese letzte Wahrheit wird im Advaita auch als Sein-Bewußtsein-Seligkeit (Sanskrit: sat chit ananada) umschrieben. Auf Fragen, die ein anderes Interesse verfolgten, als dies zu erkennen, antwortete er meist auch mit Schweigen. Zu den Besuchern zählten Personen aus Indien wie Mahatma Gaandhi, Paramahansa Yogananda, aber auch westliche Besucher wie Major Chadwick oder Paul Brunton. Dieser machte ihn schließlich durch seine Bücher im Westen bekannt. 1949 wurde an seinem Arm ein Krebsgeschwür entdeckt, und Ramana ließ zwei Operationen über sich ergehen, weigerte sich aber dann, den Arm amputieren zu lassen. Am 14. April 1950 verschied sein Körper, und er versicherte den Zurückbleibenden: Das was ich bin, kann nicht sterben, weil es nie geboren wurde. Er sagte nie von sich selbst, er sei ein guru. Dennoch erlebten und erleben seine Schüler ihn als sat-guru (vollkommen erleuchteter Meister). Ganapati Muni, Paul Brunton, Annamalai Swami, H.W.L. Poonja, und Robert Adams zählen unter anderem dazu. Ramana übersetzte auch Werke Shankaras ins Tamil. Auch heute ist der Ramana-Ashram ein vielbesuchtes spirituelles Zentrum. |