|
Swami Vivekananda, (geb. 12.1.1863, 4.7.1902) war Schüler von Sri Ramakrishna und gründete nach dessen Tod die Ramakrishna-Mission. Er war ein Vertreter des Indischen Yoga, jedoch, wie sein Lehrer, in einer offenen Art und Weise, die alle Relgionen als eigenständige Wege toleriert, sich Gott zu nähern, bzw. in ihm aufzugehen. Er war ein gelehrter, kritischer Geist, dessen Skepsis jedoch von der Authentizität, Liebe und Glaubwürdigkeit seines Lehrers Ramakrishna besänftigt wurde.
(Im Folgenden aus Wikipedia - gekürzt) Nach seiner Rückkehr nach Indien gründete Vivekananda 1897
die Ramakrishna-Mission. Er erwarb das heute als Belur Math bezeichnete
Areal in Belur (Haora), das Sitz der Ramakrishna Mission und des Ramakrishna
Math ist. In enger Verbindung mit dem Orden strebt die Organisation danach,
die Lehren des Meisters zu verbreiten und durch die Errichtung und Betreuung
vieler Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser, Clubs und Bibliotheken
kulturelle und vor allem soziale Arbeit zu leisten. Vivekananda reiste
erneut durch Nordindien und widmete sich in der Bergeinsamkeit des Himalaya
der Meditation. Er starb in Belur Math. Vivekanandas Ideen basierten auf der Philosophie des Vedanta, die im 8.Jhd. von Shankara auf Basis der Upanishaden entwickelt wurde. Vivekananda sah im Vedanta die Krone aller Religionen, weil er allgemein sein - das Göttliche ist Brahman - und weil er mit der Evolutionstheorie übereinstimme. In drei Stufen steige die Seele aus der Gebundenheit zur himmlischen Freiheit empor: in der ersten weiß sie nur, dass sie von Gott entfernt ist (dualistische Religion, vgl. Samkhya); in der zweiten sind Gott und Seele schon eins, aber doch unterschieden (Ramanujas Vishishtadvaita). In der höchsten Phase gelangt die Seele zur völligen Einheit mit Gott (Shankaras Kevaladvaita). Vivekananda lässt alle der vier klassischen Heilswege des Hinduismus gelten: Jnana Yoga (Weg des Wissens), Raja Yoga (Weg des Yoga), Bhakti Yoga (Hingabe an Gott) und Karma Yoga (Weg der guten Taten). Die Werke (Karma) werden jedoch nicht auf rituelle Art, sondern auf philanthrop-soziale Art aufgefasst; sie werden verrichtet, weil Gott oder der Atman (Seele) in jedem Wesen anwesend sind. Die Bhakti (Hingabe) zeigt sich hingegen in Opfern und Liebe. Jnana Yoga ist der intellektuell- spirituelle Weg zur Erkenntnis. Jeder wähle den Weg, der mit seiner Mentalität und seinem Bildungsniveau übereinstimme. Er betrachtet es als verkehrt, die Welt - die, obwohl sie einen göttlichen Kern hat, doch vergänglich ist - zu vernachlässigen oder zu verachten. Der Hinduismus im Sinne eines die Bhakti (Hingabe) betonenden Vedanta, verdiene es, gegen die materialistische Zivilisation des Westens verteidigt zu werden, vorausgesetzt, dass er seiner sozialen Verpflichtung nachkomme. Die alten Ideen der Bhagavad Gita haben ihre Gültigkeit auch in der Gegenwart voll bewahrt. Die Ramakrishna-Bewegung will als erste indische Missionsgesellschaft die Vedanta-Lehre auch im Ausland verbreiten. Vivekanandas zentrale Themen sind positive Weltsicht und Nächstenliebe. Rabindranath Tagore soll zu seinem französischen Kollegen Romain Rolland gesagt haben: "Wenn Sie Indien verstehen wollen, müssen Sie Vivekananda studieren." Zu seinen Freunden zählte der deutsche Indologe Paul Deussen. Ein Text von Vivekananda zum Thema "Gedankenwesen" findet sich hier. |