Friedrich Weinreb

"Die Worte der Thora erzählen von den Welten oben, und wie diese die Welten unten überraschen, lieben, sich ihnen hingeben, und wie sie voller Bangen und voller Erwartung auf Antwort unten warten."
-Friedrich Weinreb-

. Weinreb-Stift.

Friedrich Weinreb kommt aus der osteuropäischen chassidischen Tradition des Judentums.

Er besaß eine ausgesprochen menschliche, sehr beeindruckende Ausstrahlung durch seine große Bescheidenheit und Freundlichkeit. Er beschäftigte sich sein Leben lang mit der Bedeutung des Wortes in der Hebräischen Sprache. Seine Stärke war das Erzählen. Er faszinierte die Menschen durch seine inspirierte Art des Sprechens: man sah ihm an, dass er aus anderen Quellen schöpfte als nur der des intellektuellen Verstandes - und durch die Inhalte: seine ungewöhnliche Auslegung des alten Testamentes als "geträumte Geschichten", die sich immerwährend im einzlenen Menschen im Unbewussten abspielen. Die Bibel-Geschichten und ihre Symbolik können daher auch zur Traumdeutung herangezogen werden. Weinreb wies immer wieder auf die tieferen und höheren Bedeutungen gewisser Worte hin, und auf die Beziehung der Buchstaben und Worte zu den Zahlen - wie sie im jüdischen Chassidismus weiter gegeben werden. Die Zahlensymbolik spielt hierbei eine bedeutende Rolle.

Aus Wikipedia:

Friedrich Weinreb entstammte dem traditionellen osteuropäischen chassidischen Judentum. Seine Familie wanderte 1916 aus Wien kommend in die Niederlande aus. Weinreb verbrachte Kindheit und Jugend in Scheveningen und studierte danach Volkswirtschaft in Wien und Rotterdam, wo er 1938 promovierte.

Während der nationalsozialistischen deutschen Besetzung der Niederlande 1939-1945 gelang es Weinreb durch umsichtiges, unerschrockenes und listiges Handeln, etwa 1500 niederländische Juden vor der drohenden Ermordung in den deutschen Vernichtungslagern zu bewahren. Diese Aktivitäten brachten ihn nach dem Krieg in den Verdacht, mit den deutschen Besatzern kooperiert zu haben. Er wurde wegen Kollaboration von Mitte 1945 bis Ende 1948 inhaftiert. Während der Gefangenschaft begann er seine umfangreichen biografischen und religiösen Aufzeichnungen. Weinreb blieb auch nach dem Ende der Haft in den Niederlanden äußerst umstritten. Erst eine im Auftrag der niederländischen Regierung erstellte Studie des Historikers Jacques Presser aus dem Jahr 1965 brachte für Weinreb eine Rehabilitation.

In den Jahren 1952 bis 1968 hielt sich Weinreb als Hochschulprofessor für Ökonometrie und Statistik in verschiedenen Ländern auf, zunächst 1952-1956 in Indonesien, dann 1958-1961 in der Türkei. Von 1961-1964 war er wirtschaftswissenschaftlicher Berater bei den Vereinten Nationen in Genf. Von 1968 bis 1970 lebte Weinreb in Jerusalem und wandte sich noch intensiver religiösen Themen aus der jüdischen Überlieferung zu. Häufig hielt er sich zu theologischen Vorträgen in Europa auf, in den Niederlanden, in Deutschland und vor allem in Zürich, wo auch seine inzwischen zahlreichen Bücher und Schriften aus dem Gebiet der jüdischen chassidischen und kabbalistischen Tradition erschienen. Seit 1970 lebte Weinreb ganz in Zürich und widmete sich ausschließlich der erzählerischen Vermittlung dieser Tradition.

Friedrich Weinreb gehört zu den wenigen authentischen Übermittlern des reichen Erbes eines osteuropäischen mystischen Judentums, das unter der Herrschaft des Nationalsozialismus nur knapp einer vollständigen Vernichtung entging. Sein Widerstand gegen die drohende Ermordung hunderter niederländischer Juden vor 1945 ist insofern nur die äußere Seite einer ebenso großen Rettungstat auf dem Gebiet der Überlieferung jüdischen Wissens. Als zugleich weltlicher und geistlicher Gelehrter verkörpert er auch den Dialog zwischen moderner Wissenschaft und religiöser Überlieferung.

Weinreb widmete sich vor allem dem biblischen Wort. In seinem Hauptwerk "Schöpfung im Wort - Die Struktur der Bibel in jüdischer Überlieferung" geht es ihm um den Sinn der hebräischen Bibel als Urkunde des Seins überhaupt, jenseits aller historisch beweisbaren Tatsachen. Voraussetzung für ein tieferes Verständnis der Bibel ist die Anerkennung der hebräischen biblischen Sprache als wesentlicher Mitteilung grundlegender überzeitlicher Wahrheit. Dabei kommen vor allem kabbalistische Überlieferungen zum Tragen, die einen Zusammenhang zwischen Wort und Zahl aufzeigen.

Auf Grund seiner intensiven Kontakte mit dem Christentum, dem Islam und den östlichen Religionen lag Weinreb besonders am Dialog zwischen den Religionen. Das führte ihn jedoch nie zu einer Relativierung seiner eigenen jüdischen Herkunft. Vielmehr zeigt sich nach Weinreb die Zusammengehörigkeit aller Religionen gerade da, wo man der eigenen religiösen Tradition intensiv bis auf den letzten Grund nachgeht.

Friedrich Weinreb hinterließ einen reichhaltigen Fundus an Büchern und Audios. Näheres hier.

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