Samstag, 12. August 2006 Langsam kommt der Körper an seine Reserven. Es geht jetzt schon Jahre mit extremen Belastungen, und der Umzug von Mutti nach oben war jetzt wieder ein Höhepunkt. Der Körper zeigt mir durch Rückenschmerzen und andere Malessen, dass er keinen Bock mehr hat. Der Geist hat ebenfalls keinen Bock mehr und hat mich bei Extremstbelastung während ihres Einzugs an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht. Ich hatte jetzt 3 Wochen "Urlaub" und habe fast nur geschuftet - abgesehen von der schönen Woche in der Schweiz, die aber auch nicht nur reine Erholung war... Nun ist die Verwandtschaft da - heute Muttis 81.ter Geburtstag... da ist einiger Trubel... Meine Veränderung fällt nicht weiter auf. Ich merke nur, dass ich kaum begründen kann, wieso ich plötzlich nicht mehr esoterisch bin und nichts mehr glaube... Schulterzucken und nächstes Thema... Es fragt ja auch keiner groß, und ich bin ganz froh drum... Ich merke, wie ich durch die Wochen gleite, durch die Veränderungen um mich her, und wie etwas all dem zuschaut und davon unbetroffen bleibt... Ich scheine aus tausend Wesen zu bestehen, die alle nacheinander abgespult werden, je nach Anforderung des Momentes und der Lage... nichts ist von Dauer. Es gibt keine fertige Persönlichkeit aus einem Guss.
Sonntag, 13. August 2006 Was für eine Familie.......... Was für ein Geschrei in der Kneipe, lautes, schallendes Lachen, Umarmungen, Geschichten von unehelichen Kindern, verschwiegene Fehltritte, Kälte und Liebe.... Wenn eine Familie sich selbst feiert, bleibt kein Auge und auch keine Kehle trocken... Es war wie ein Eintauchen in einen eigenen Kosmos, ein Familienkosmos, eine Welt von Geschichten und Charakteren. Das Faszinierendste war Mutti, wie sie absolut im Moment ist und mit einer Herzlichkeit und Kindlichkeit auf alles reagiert, mit einem sonnigen, lieben Gemüt, nicht unbedingt alles verstehend, aber liebend und voller gütiger Wärme... Lustig auch, wie sie jetzt spricht, was sie so erzählt, sie hat sich gesonnt in all den lieben Menschen, die sie da zusammen gebracht hatte. Und der 70 Jahre verlorene Teil der Familie wurde endlich wieder integriert, und somit die Biestigkeit der vergangen Generation von einem ihrer eigenen Vertreter, meiner Mutter, wieder wett gemacht.... Das nennt man "Karma auflösen", nichts nachtragen, alles geben, alles bekommen. Wahnsinn, was für Geschichten das Leben schreibt. Also eins war ja wirklich beeindruckend: zu beobachten, wie die verschiedenen Egos sich so darzustellen versuchen, mit aller Kraft ins Zentrum rücken wollen, sich ins Licht bringen und Aufmerksamkeit erheischen... Lustig. Diese Täuschung... einmalig. Und nur, weil jeder selbst dran glaubt. Das ist alles. Ist nicht viel - und doch so umfassend, der Film. Irre auch: ich sah plötzlich Ähnlichkeiten zwischen allen möglichen Menschen aus Vergangenheit und Gegenwart der großen Familie, sogar zwischen welchen, die gar nicht wirklich miteinander verwandt und nur angeheiratet sind... Mein Bruder dazu entrüstet: "Nein, ICH sehe das überhaupt nicht!" Ich konnte ihn nur anstrahlen "du glaubst es vielleicht nicht, aber das ist mir völlig egal, wie du das siehst..." Wir lachten. Ich sehe inzwischen Ähnlichkeiten zwischen allen Menschen, denn sie sind ja nicht nur ähnlich, sie sind ja EINS. Die Welt ist ein riesen Spielplatz. So viele Spielgeräte: Rutschen, Schaukeln, Kletterstangen, Sandkästen... Alles ist da, alles erlaubt, alles möglich. Welche Liebe - die dies alles gibt. Mein Nicht-mehr-glauben ist überhaupt nicht aufgefallen, hab ohnehin wenig geredet, mehr zugehört und reagiert... mit gelacht, mich mit gefreut... Ja, das war eine laute Feier - bin froh, wenn wieder Ruhe einkehrt....
Dienstag, 3.00 Uhr, 15.08.06 Immer wieder träume ich, Giaco kann sich nicht damit abfinden, tot zu sein, und seine Leiche steht wieder auf - sozusagen aus dem Sarg. Mutti und ich stehen drum herum und schütteln mit den Köpfen... Während wir sozusagen an seinem Sarg stehen und darüber beratschlagen, was wir jetzt weiter damit machen, hebt sich der schwere Holzdeckel, wie bei Dracula, und Giaco steht wieder auf. Ich wache auf, weil in meinem Rücken warme, breite Ströme auf und nieder wabern, fließen und alles dort wach und munter ist, warm und wie prickelnd, aber viel angenehmer als früher... Mag sein, dass da ein Giaco herum geistert, doch WER sollte das sein? Alles ist doch nur eine Sache der Identifikation. Das Selbst identifiziert sich - hie und da... und lässt die Identifikation auch wieder fallen... wie könnte es da etwas Eigenständiges geben? Es sind nur Zuckungen, Gedanken, Ideen, Launen, Spiele... Sinn und Bedeutung zu geben, das sind lediglich Funktionen des menschlichen Verstandes, genauso vergänglich wie dieser, deshalb nicht wirklich und unwichtig, sozusagen: egal. Wenn man jetzt in einem Körper lebt, in dem das Selbst die Identifikation beendet hat, so hört dieser Körper und dieser Verstand auf, Sinn und Bedeutung zu kreieren und sich selbst für wichtig zu nehmen. Eine beendete Identifikation hinterlässt keinen Rest und strebt zur völligen Auflösung. Sie muss sich keinen Sinn mehr geben und hat sich der Schwere eines Wertes entledigt. Kein Wert, kein Gewicht, nichts hält. Es fließt. Jesus, Buddha, Laotse, alles Wellen, untergegangene Welle auf dem Ozean, aufgetaucht, wieder aufgelöst und erlöst im Alles... Sie leben in der Luft, die wir atmen, ja, in der Scheiße, die wir scheißen, es geht ja nichts verloren. Nur in der Welt der Identifikationen existieren Bedeutung, Schuld und Sühne. Nur wer sich identifiziert, kann "sich" schuldig fühlen und verantwortlich und glaubt an seine persönliche Existenz. IN all dem ist die Stille der Alleinheit, - umfassend, einbettend, Mutter und Vater in einem, wärmend, voller Leben und voller Qualität. Potent und schweigend. Das menschliche Herz scheint dazu da zu sein, es zu lieben. Die Sehnsucht ist der Rückweg zur nie verlorenen Heimat. Der Verstand kann angesichts dieser Schönheit und Größe nur schweigen. Wie sich die Menschen weh tun, in ihren Identifikationen, mit Partnerwechsel, Unzufriedenheit mit gegenwärtigen Situationen, dem Glauben und Hoffen, nur der oder die Richtige würden das Glück bringen... Was für ein Glück? Wo soll Frieden zu finden sein - in der Identifikation? Unmöglich. Nur Schein-Frieden, nur Schein-Glück, nur Illusion. Witzig aber: auch im Ganzwerden liegt kein Glück, jedenfalls nicht in dem Sinne, in dem der Mensch sich Glück erhofft. Denn dieser Mensch ist es ja, diese Illusion, die verschwindet, die Illusion, ein Mensch zu sein, der glücklich sein muss, die Illusion, überhaupt irgend Etwas zu sein. Mit dem Ganzwerden ist diese Art von Glück, die aus menschlicher Liebe und Partnerschaft kommt, weitest gehend hinfällig. Auch diese Lust, die man früher empfunden hat, weil "man" geliebt wurde... tja, diese Befriedigung gibt es nicht mehr... Ha, ich muss lachen... Ich sehe Mutti vor mir, vorgestern, als sich alle so lieb bei ihr bedankten, weil "sie" diese schöne Feier ermöglicht hatte, die alle so tief im Herzen berührt hatte... sehe sie... nur mit den Schultern zucken... wie sie sagt: ich hab ja gar nichts gemacht... Und wie sie zu ihr sagen, wie toll es sei, dass sie mit 81 einen solchen Schlauch von Feier durch gestanden habe, von morgens um 9.00 bis nachts um 24.00 Uhr, ohne Pause, immer im Gespräch, immer fröhlich und guter Dinge... sehe sie, wie sie auch hier mit den Schultern zuckt und sagt: ich nehme es einfach, wie es kommt... und schwingt wieder zum nächsten Thema... kein Anhalten in einem eingebildeten Ich, das behauptet, etwas getan zu haben... Sie, ES ist wunderbar - dieser "Zustand"... ES IST EINFACH NIEMAND DA, DER ETWAS TUT, DER FÜR ETWAS VERANTWORTLICH IST, NIEMAND DEN MAN LOBEN KÖNNTE ODER DER AUF EIN PODEST GEHÖRT. Ein Hoch auf die Liebe!!!!! Ein Kuss ins Nichts!!! Ich bin die Fülle, kann Gott umarmen, weil ich nicht bin. Kann ER sein, kann weit sein und groß und ohne Ende. Mein wahrer Körper ist unermesslich. 7.30 Uhr Kaum wieder eingeschlafen, ging es Kundalini-mässig weiter... Ich träumte, ich sei auf dem Balkon und hätte aus Versehen einige Vögel verscheucht, die dort gesessen hatten, durch das Aufscheuchen bekam ich einen kleinen Schreck, und der Rücken fing an, komplett zu vibrieren. Es schoss wie Flammen, nur nicht heiß, sondern kühl, breit durch den Rücken, von unten nach oben und blieb wie ein schönes kühles Feuerchen. Zwei Vögel blieben sitzen, zwei Rotkehlchen - ganz nah und starrten mich an. Ich bewegte mich nicht, und starrte sie ebenfalls an. Und verharrte in diesem kühlen Feuer, spürte es deutlich im Rücken züngeln, breit und relativ angenehm... und dachte noch: ob das die Vögel wahr nehmen? Doch nein, sie nahmen nichts wahr und blieben einfach sitzen.
Donnerstag, 24. August 2006, 19.00 Uhr Ich sitze auf der Bank oberhalb von Krumbach, auf der ich im Januar mit Giaco saß, und unglaubliche Glücksgefühle fließen durch meine Brust... Der Himmel ist heute unbeschreiblich schön, voller Farben und Buntheit, mit Wolken: wild, sanft, lang gezogen und aufgetürmt, voreinander, übereinander, große blaue Abschnitte... die Landschaft von einer Süße, nachsommerlich... Ich bin soooo glücklich, dass ich diesen Frieden geschenkt bekam, der mich jetzt begleitet, wann immer ich ihn zulasse. Der da ist, mein Freund, mein Begleiter, mein Wesen. Geduldig, sanft, wie ein weiches Kissen... so hat er meinen Bauch befriedet, der sonst immer suchte... und das Herz beglückt, und den Geist verstummen lassen. Schön. Nicht zu sagen. Nun ist wieder jedes Wort zu viel, dabei wollte ich so vieles aufschreiben, was mir heute über den Tag so durch den Kopf ging... Vorhin kam mir beispielsweise der Gedanke, dass wir Menschen und alle Wesen durch die DNA programmiert sind bis ins Kleinste. So programmiert sind wir in die Welt gesetzt und agieren spontan in diesem Spiel der Illusionen. Viel weniger oder gar kein freier Wille. Alles ist Gott. Es ist lustig, sich in eine Vielheit aufzufächern, den einzelnen Gliedern die Gabe der Illusion zu geben, und ihnen damit das Recht zu verleihen, den Spielverlauf mit zu bestimmen (scheinbar), denn was kann schon außerhalb von Gott wirklich sein? Nichts. Es ist wie ein Computerspiel, nur können die Figuren im Spiel denken, fühlen, handeln und haben die Fähigkeit des Glaubens und damit der Illusion. Was sie doch nur für einen Unsinn damit treiben... Aber es scheint kurzweilig zu sein, wirklich unterhaltend, nett... Und der Genuss, wenn sich Illusionen auflösen und das Zerfließen beginnt, ist ja auch nicht zu unterschätzen... Das sind die Blüten die aufgehen, um dann wieder unterzugehen. In diesem Computerspiel sind die Figuren lernfähig und unlogisch. Da sie wesensgemäß Gott sind, können sie eigene Phantasiewelten schaffen und diesen eine begrenzte Wirklichkeit verleihen. Das Spiel geht so lange, bis - wie ein sanfter, liebevoller Hauch - die Erkenntnis eintritt, dass all dies nur Teil eines Spieles ist und die Personen nichts eigenes, sondern Gottessplitter sind. Welches Glück, welche Freude. Wie schön, wenn alle Verantwortlichkeit und Schuld abfällt, wenn alles leicht wird und spielerisch, wenn nichts mehr geglaubt wird, nichts mehr getan werden muss und man endlich von Gott gelebt werden kann... Ich beobachte, bzw. registriere oft, dass ich viel denke, also dass innere Stille selten da ist. Und dass das Ich agiert wie früher, es reagiert, es antwortet, es handelt, es denkt... doch es IST es nicht wirklich, ist nicht Verursacher von irgendetwas. Es ist nur eine Seifenblase, sie schillert, sie enthält vielleicht noch mehr Seifenblasen, alle können platzen, und vor allem: jetzt erst sind sie für mich durchsichtig, viele sind geplatzt, wenn nicht alle, so sind sie doch jetzt so wie Seifenblasen, die kurz vorm Platzen sind, sie werden gräulich und bekommen Schlieren, und dann: plopp. Weg. Hahaha....
Samstag, 26. August 2006 15.00 Uhr Es gibt im Grunde nur die eine Realität, und die lautet: Ich bin. Besser gesagt: Es ist. Es ist Ich. Ich bin Es. Ich merke, wie der Verstand immer wieder um dieses "Ich bin" Geschichten spinnen will, wie er bemüht ist, Weltbilder zu erschaffen, Gründe und Ziele zu erfinden, Rechtfertigungen, Hoffnungen zu ersinnen - eigentlich tut er nichts anderes, als um diese Wirklichkeit herum ein Gespinst von Gedanken zu weben, im Versuch, dieses einfache "Ich bin" zu begreifen. Warum hört er nicht damit auf? Nun gut, manchmal ist ja Ruhe. Aber dann wieder springt der Verstand hin und her und macht sich seine Schubladen, seine Karteikästen, holt hier etwas heraus, tut dort etwas hinein und will das Erwachen in sein altbekanntes System sperren. Doch sein Wirken ist so unvollkommen, so hilflos im Grunde, so müßig auch, er könnte es gleich sein lassen, da er es 1. nie begreifen wird, und 2. vergehen wird, dann war eh sein Bemühen für die Katz... In den Träumen der letzten beiden Nächte war ich auf fernen Planeten, badete in seltsamen Gewässern, zusammen mit Geschöpfen, die an Elefanten erinnerten. Ihre Haut war glatt und kühl, sie waren lieb und gutartig. Das Wasser war seltsam erhaben, wie ein kleiner Hügel wölbte sich seine Oberfläche leicht nach oben, durch eine Anziehungskraft irgendeines Himmelskörpers... Es war auch ein wenig zäher als man es kennt. Aber angenehm und rein. Wenn ich wach werde, falle ich wie rasend in meinen Körper zurück, wie ein Zug, der stark bremsen muss, es rauscht in meinen Ohren und schwupp - bin ich wieder da. Doch fühle noch die schöne Fremde in mir. Die Erfahrung schwingt nach und ich fühle sie noch Stunden. Irgendwo hab ich mal gelesen, Erleuchtete hätten keine Träume mehr. Also kann ich ja wohl nicht erleuchtet sein. Hermann hat gesagt, er träumt, doch erinnert sich nicht mehr an seine Träume, kaum ist er wach, ist er gleich im Jetzt und die Träume sind weg. Bei Ramana Maharshi las ich gestern über Samadhi und fand eine Beschreibung dessen, was ich erlebt habe im Januar. Dort stand: "Im Samadhi ist nur vollkommener Friede. Ekstase stellt sich ein, wenn am Ende des Samadhi der Geist wieder zum Leben erwacht und man sich an den Frieden des Samadhi erinnert." Es muss noch viel länger dauernde Zustände dieses tiefen Friedens geben, bei mir war das ja nur, tja vielleicht, eine Minute... Gut, ich bin öfter in diesem schönen Frieden, aber bisher kam diese unverblümte Reinheit und diese Süße noch nicht wieder, die sich dermaßen ins Herz ergoss - in dieser Intensität. Der Verstand verhindert solche Zustände durch sein ständiges Tätigsein. Ich halte ihn nicht mehr absichtlich an, wie damals beim Meditieren. Er bleibt manchmal von selbst stehen oder funktioniert nur wie ein träger Fluss, nicht wie ein quirliger Bach. Morgens ist er sehr rege... da tütet er die Erlebnisse der Nacht ein in seine Raster.... Depperter Verstand... dummes Ding das.....
Sonntag, 27. August 2006 20.15 Uhr Was ohne Zweifel viel schöner als früher ist: Ich brauche all diese Seelen-Tröster nicht mehr, wie tausend Kerzen, Teelichter, Nippes, Vollbäder, Götterbildchen, Heilige... Seit ich hier entrümpelt habe, sieht es im Vergleich zu früher hier fast schon spartanisch aus. Ich hab auch ne neue Methode, um Sachen wieder zu finden, die ich nicht an ihren Ort gelegt habe... Früher bin ich bei manchem in Panik ausgebrochen... Wurde dann völlig kopflos, suchte überall planlos herum und fand es erst recht nicht. Jetzt sage ich mir: da ich alles bin, muss irgendetwas in mir auch wissen, wo es ist... Ich stelle also mir selbst die Frage, beispielsweise: wo ist der und der Schlüssel... und überlasse den Rest dem Leben. Entweder es fällt mir spontan ein, in Form eines Bildes, wo das gesuchte Teil ist, oder ich finde es ganz plötzlich "zufällig" innerhalb relativ kurzer Zeit. Praktisch ist das... natürlich nicht sicher... man wird sehen, ob dieses System mal versagt. Auf jeden Fall verhindert es Panik, denn Panik verhindert ohnehin jedes Finden. Und immer mehr kann ich den Moment genießen, auch wenn er Elemente enthält, die ich eigentlich nicht mag, oder früher nicht mochte... Morgen habe ich jemanden bestellt, der den letzten Kirschbaum fällt, den Giaco vor 15 Jahren gepflanzt hatte. Es würde ihm nicht gefallen, das zu wissen. Der Baum bringt wunderbare Kirschen, die besten. Und er spendet herrlichen Schatten. Doch es gibt viele Gründe, warum er weg muss. Er macht die Mauer kaputt mit seinen Wurzeln. Und in diesem Jahr hat niemand die Kirschen geerntet. Mischa war einfach zu faul, und ich bin allergisch auf Kirschen - seit letztem Jahr. Andere Leute wollten nicht, bzw. zu wenige. So fielen die meisten Kirschen herunter und zogen Unmengen von Wespen an. Eimerweise habe ich sie aufgefegt und weg geworfen, sie hatten eh so hoch gehangen, dass niemand heran kam... Und dann kann ich mich noch sehr gut erinnern, wie oft ich im letzten Herbst bergeweise Blätter zusammen kehren musste... Der Baum stresst mich zu sehr. Und da bin ich jetzt egoistisch. Nicht nett, wenn man bedenkt, dass Franz von Assisssi noch nicht mal eine Kerze ausblasen konnte - vor lauter Ehrfurcht vor der Schöpfung. (Vielleicht wars auch ein anderer Heiliger...)
Dienstag 29.08.06 Immer wieder, besonders in Gesprächen, fällt mir auf, dass das größte Leiden der Menschen das Ego ist. Diese Identifikation mit dem Ich, das von allen Seiten gedrückt, bedrückt, gedemütigt wird, sich persönlich getroffen fühlt von allem was geschieht. Dieses Getroffenfühlen - das ist bei mir einfach völlig dahin geschwunden! Es kommt vielleicht mal als Reflex, wenn jemand nicht nett zu mir ist, aber es dauert nur kurz. Und ich bin heilfroh, dass das alles weg ist. Dafür nehme ich mit Kusshand die Langeweile bzw. das Nichsmehrtunmüssen in Kauf. Und wenn ich so über Daskalos und seine Heiler-Lehre nachdenke, so kann ich einfach nicht glauben, dass solche Heilungen, die ja IN der Trennung mit Hilfe von "Geistwesen" vorgenommen werden, wirklich dauerhaft wirken können. Ich bin mir aber noch unklar, wie ich das sehen soll. Bei Ramana las ich gestern, dass all diese Himmel, Höllen, Götter und was auch immer IM Selbst, also in "mir" vorhanden sind. Richtig. So fühle ich es auch, bzw. ich fühle, dass Giaco IN mir ist, auch Jesus, Buddha, Engel... Doch wen können all diese Wesen schon heilen? Doch nur das Ego... und das ist doch gar nicht wirklich???? Geister heilen also Geister??? Geht das? Ich erinnere mich, dass ich vor ein paar Jahren mit Giaco bei Paul war und er mich heilte, mit sehr viel Liebe. Er bot alle auf: Jesus, Johannes, Daskalos, die Erz-Engel... Und ich gab "mich" (mein vermeintliches Ego) hin so gut ich konnte. Es überflutete mich im Anschluss ein wunderbares Gefühl von Erleichterung und Reinheit im Bauch... und es war ein wenig, wie nach dem Erwachen im Januar, nicht ganz so intensiv. Und in der Folge hatten mich einige alte und starke Elementale tatsächlich verlassen, doch leider kamen sie nach ein paar Wochen wieder... und es war alles wie zuvor... Daskalos soll aber bleibende Heilungen, vor allem auch körperlich, bewirkt haben mit seiner Methode. Möglicherweise war Daskalos doch erwacht, und heilte mit allen Wesen IN sich selbst, indem er sie doch als eine gewisse Realität anerkannte... Vor ein paar Tagen las ich in einem der Satsang-Foren von einem Mann, der so arbeitet, er habe auf diese Art gewalttätige Menschen geheilt. Nach eigenen Aussagen heilt er sie IN sich selbst, indem er ihnen sagt, dass sie geliebt seien und hätten keinen wirklichen Grund, sich so zu betragen. |