2.2.07, 4.30 Uhr, Freitag Wieder zu Hause. Wiedermal schlaflos. Fühle mich - gar nicht. Ja, das ist der richtige Ausdruck: gar nicht. Niemand da, der etwas empfinden könnte. Ewiger Gleichmut. Ob hier oder da - gleichgültig. Mit diesem oder jenem Menschen - gleichgültig. Dabei ist Liebe da, Liebe im Sinne von Wohlwollen und auch Interesse. Aber ohne ein Beteiligtsein oder Involviertsein. Und der mind kann es immer noch nicht fassen, dass dies noch immer so ist und anscheinend auch so bleibt. Die Leiden, die unendlichen, die Freuden, die unendlichen - alle weg. Gleichmut. Keine Bevorzugung. Alles gut. Alles recht. Es ist Schweigen da. Leben wird gefühlt, Blut pulst, Wärme, jemand ist da - Ich bin es nicht. Etwas ist da. Etwas ist. Sein ist. Und ein Verstand der darüber reflektiert. Doch nun hört er allmählich damit auf, es für sich vereinnahmen zu wollen, da er begreift, dass er nicht "dahinter" kommt und es einfach nicht fassen kann. Dann macht er sich mit anderen Dingen wichtig und will drüber nach denken, wie sich die Zukunft gestalten sollte/könnte. Gleichzeitig ist ihm klar, dass er auch darauf keinen Einfluss hat. Er tut es aus Selbstzweck. Er ist so was wie ein Perpetuum mobile... ein Selbstläufer. Einmal in Gang gesezt, läuft er fast ohne Energie weiter, blubbert sich vom Hundertsten ins Tausendste, um dann wieder zu Null zu kommen, zur Nabe. Er hat seine Bedeutung verloren und seinen Ernst. Finger gleiten über die Tastatur, Ohren hören Klänge... Ja, es ist schon verrückt, dass sich da ein Teil des Seins in so einen Körper packt, um für eine Zeitlang die Illusion der Getrenntheit zu erleben. Für den Verstand ist es jetzt aus mit dem Wichtigsein. Das Alles ist so viel größer als er... da ist jedes Messen vergebens. Tatsächlich ist es so, dass mit dem Erwachen jede Bedeutung der eigenen Person komplett weg fällt. Was hab ich mich früher so wichtig gefühlt in meinem Streben nach Gott... Wie wichtig und wie löblich und wie hehr waren meine Motive, und wie edel kam ich mir vor auf meinem Weg. Ich war schließlich "berufen" und "gerufen" und von Ihm persönlich geliebt... hahaha... ja, das waren noch Zeiten, als Gott mich persönlich liebte.... Aus und vorbei. Er liebt niemanden persönlich, Persönlicheit ist nur ein Fürzchen, eine kleine Einbildung, ja sogar Sand im Getriebe... und ganz und gar unwichtig, ja eben nicht existent - komische Sache ist es damit... Wasser, das in einen Hafen fließt, bleibt Wasser und wird nicht Hafen. Der Hafen ist die Umrandung, die Mauern, der Körper, das Wasser gibt ihm zwar den Sinn, bleibt jedoch immer Wasser. Zumeist wird es im Hafen verschmutzt (wie sinnig...), doch das große Meer kann das alles ab. Im Erwachen wird der Hafen gereinigt. Ja, fein, frisches Wasser, und es wird nicht mehr so verschmutzt. Schön ruhig ist das Wasser, und sanft schaukeln die Boote darauf herum. Bin froh, ich mach mir langsam keine Gedanken mehr darum, ob mir der Gleichmut nun recht ist oder nicht... hat eh keinen Sinn, weil es ist wie es ist. Es ist halt anders als früher. Möchte auch das Leiden nicht zurück haben, und auch die Freuden waren ja immer sehr flüchtig und wurden immer irgendwie "bezahlt". Jetzt scheint in mir eine Sonne, Lebenskraft, Lebenswille, und damit die Fähigkeit, dieses Leben zu leben so wie es abrollen will, und so lange es abrollen will. Und eines Tages, niemand weiß wann, es gehen zu lassen. Ja, fein. Das wird schön sein. Entspannung pur.
Sonntag, 4. Februar 2007 15.30 Uhr Merkwürdig, was für Gefühle mir durch die Brust gingen - ganz von selbst. Ich saß vorhin in der Sonne, im Freien, auf der Terrasse, und die Vögel zwitscherten schon so lieblich, und die Sonne war schon so warm, so liebevoll die Schwingung. Ich war ganz still, keine Gedanken, nur aufmerksam und total friedlich und selbstzufrieden. Da kam es in die Brust gegossen, wie warmes Gold: Liebe, Liebe, Liebe! Die Emotion Liebe! Fülle, Freude, unendliche Lebensfreude, Seinsfreude, das Herz lief fast über, Tränen kamen - Ich (der Verstand) fragte mich, woher? Warum? Warum gerade jetzt? Es war ein Gefühl wie Verliebtsein, wie Vorfreude auf etwas, das kommen würde, oder wie Freude über etwas, was schon da ist... es ist nicht zu deuten - einfach nur schön. Und dann ging es wieder weg, und hinterließ gesättigte Stille. So als wäre nichts gewesen... Tja, Zustände... vielleicht Frühlingsgefühle, nur eben ganz bewusst wahr genommen. Das Gefühl des Frühlings im Menschen, die Freude zu SEIN, zu wachsen, zu leben, Blüten zu bekommen, die Säfte steigen zu fühlen.... Einfach so. Unverdient, geschenkt.
Mittwoch, 7. Februar 2007 5.30 Uhr Bin froh, dass der Verstand jetzt endlich damit aufhört, herum zu lamentieren. Eigentlich kann ich mich jetzt endlich entspannt zurück lehnen und die Dinge laufen lassen. So wie es ist, ist es doch wunderbar. Egal, ob da nun ein "Ich" ist oder nicht. Denn eigentlich geht's mir hervorragend. Z.B. kann ich mich nicht erinnern, wie es war, sich "allein" zu fühlen... bzw. "einsam".... Ich glaub, diese Gefühle haben in mir keinen Raum mehr, da diese herrliche Erfüllung da ist. Früher wäre ich verzweifelt bei dem Gedanken, mutterseelenallein in Urlaub fahren zu müssen *g* - heute freu ich mich drauf, denn die Welt ist meine Welt, die Natur, die Menschen, die Geschehnisse... alles ich, wo sollte ich mich da noch einsam fühlen? Jeder Baum ist mein Freund, jeder Grashalm mein Kumpel, und das Vogelgezwitscher ist die Musik dazu. Eigentlich ist es genau das, was Hermann Hesse immer so herrlich als seine Kinderzeit beschrieben hat, als er unter Bäumen lag, noch seine Heimat in der Natur hatte. Frédéric Lionel nannte es "verbunden sein", ich nenne es "eins sein". Das ist eines der Geschenke des Erwachens - und da sage noch jemand, es gäbe kein Erwachen... blubb... stimmt auf ne Art, und auf ne andere stimmt's eben nicht. Werde auch allmählich in meinen spontanen Äußerungen recht direkt, damit mal von vorneherein keine Missverständnisse aufkommen... Da gibt es noch das alte Gabi-Bild der Leute auszuräumen... denn mir ist jeder Freude daran abhanden gekommen, mich über Belanglosigkeiten zu unterhalten... zu denen auch das ewige Gerede über Krankheiten zählt oder uninteressante Begebenheiten... mein Gott, echt, die Egos, was sie so alles für wichtig halten.... Es ist schon ein Kreuz damit. Früher hab ich mir ja auch damit die Zeit vertrieben... aber jetzt ist mir das zu belanglos. Einfach kein Interesse mehr dafür...
9.2.06 im Zug 10.00 Uhr Es ist herrlich: mehr und mehr kehrt Frieden ein. Frieden und Ruhe. Vielleicht liegt es auch daran, dass nun in meinem Leben eine Atempause da ist, wo gerade keine außergewöhnlichen Belastungen anliegen und ich meinen Alltag sogar fast genießen kann, da er so schön automatisch abrollt. OK, auch alles andere geht automatisch, aber Todesfälle, Umzüge und so weiter kosten eine Menge Kraft. Nun merke ich, wie mich nichts mehr Kraft kostet, sondern wie ich genährt werde. In mir ist solcher Frieden, eine solche Ruhe, nichts was ich anstreben müsste. Und jetzt langsam kommt die Freude und der Genuss des Allein- und Unabhängigseins - ohne einen Partner. Niemand, der etwas von mir will, etwas erwartet, Wünsche und Vorstellungen hat, die mich betreffen... Niemand, nach dem ich mich richten muss, nun richte ich mich - abgesehen von den alltäglichen Verpflichtungen - nach mir. Mischa ist groß genug, braucht mich nicht mehr wirklich, es ist nur noch ein Spiel und eine Gewohnheit, hier und da noch zu bemuttern - und er genießt es ja auch oft, wenn es seine Faulheit unterstützt... Die Reha hat mir gut getan, hat mich wieder Kraft tanken lassen. Und mein Zuhause, die Höhle, hat mich freudig wieder aufgenommen. Wenn auch mein Herz nicht mehr an vielem hängt, eigentlich an gar nichts, so nehme ich doch den Luxus einer großen Wohnung mit all den Annehmlichkeiten gerne an. Der Verstand schweigt jetzt öfter. Er begreift langsam, dass seine Kreise doch zu nichts führen. Außerdem liegt ja der angenehme Frieden, den der Verstand gerne registriert, im Loslassen, Weglassen allen Kreisens um irgendwelche "Probleme", Probleme, die es eh nicht gibt. Geschichten etc... Das Jetzt ist eine herrliche Heimat, immer offen, immer freigiebig. Manchmal versuche ich, mich daran zu erinnern, wie es war, als ich mich noch getrennt fühlte... doch das Gefühl stellt sich nicht mehr ein, und die Gegenwart ist so wunderbar ganz, dass nichts sie mehr zerstören kann. Dass Gott so nah und so DA ist - wer hätte das jemals gedacht? Ich hatte es so oft gelesen, so oft selbst gesagt, und doch blieb es so lange ein Geheimnis. Danke!!!
Montag, 12. Februar 2007 8.00 Uhr Heute Nacht - von selbst - so was geübt, als ich so viertels wach da lag... geübt, mich gefragt: wer bin ich, wie bin ich, was bin ich, ist da jemand - wenn keine Gedanken gedacht werden? Also ohne "mind". War hoch interessant, weil es total gut klappte. Keine Gedanken weit und breit, wenn man hinsieht. Und wenn mans länger macht, kommt auch keiner mehr hoch. Die ganze Nacht, vorher auch schon, rieselte Kundalini sanft durch den Rücken... hatte aber auch verstärkt Tinnitus, neue Töne, im rechten Ohr... Der "Zustand" ohne Gedanken, das war halt einfach.... Hm..... tja, wie soll ich sagen... "SEIN" ist da auch der falsche Ausdruck... wiedermal Fülle und Leere in einem, niemand da, auch kein SEIN, aber nicht wirklich leer. Irgendwie Zuhause. Warm, mollig, vielleicht weil's Bett warm und mollig war. Nichts zu orten, nichts zu deuten. Aber es war herrlich, um wieder einzuschlafen. Es ist echt so, dass Gedanken so was wie Nebelschleier sind, die ständig die Wirklichkeit verhüllen. Eine Wirklichkeit ohne Persönlichkeit, ohne jemand zu sein, ohne etwas zu wollen etc... My god, Kundalini ist schwer aktiv zur Zeit, ständig kribbelts und rieselts irgendwo. Kopf, Hals, Rücken. Las gestern über das Leben von Ramana und über die Kernfrage "wer bin ich". Vor allem seine Lebensbeschreibung hat mich so sehr berührt, dass ich weinen musste über seine große Sehnsucht und seine Liebe zum Göttlichen. Er war echt nur Innen. Und ich bekam solche Sehnsucht, mal diesen Ashram zu besuchen - dort in Indien - irgendwann.
Donnerstag, 15. Februar 2007 abends 22.00 Uhr Mein Gott, diese Stille! Sie schreit geradezu... nein, Quatsch, aber sie ist so voll und satt, so "gesättigt"... eine gesättigte Stille - ist genau der richtige Ausdruck. Nachdem nun wiedermal 2 Illusionen - ich hoffe, die letzten - aufgelöst sind, geht's Gabi wieder hervorragend. Im Zug, den Sonnenuntergang betrachtend, im Himmelsblau versinkend, ließ (s)ich die Hoffnung auf Liebe und Erfolg los. Es waren heute und gestern erfolgreiche Tage des (Mis)erfolgs. Und wie gut es tut, keinen Erfolg zu haben, wie gut - unaussprechlich gut! Wie frei es macht, erfolglos zu sein, wie schön, wenn alle Hoffnungen dahin gehen, sich im Nichts erlösen und das schlichte SEIN auffängt, warm, mit weiten Armen, glückselig, mit einem Lächeln und sooo liebevoll. Dabei war es die ganze Zeit da, doch wieder mal überlagert. Es sind immer ganz subtile, kaum spürbare Vorgänge, die ES verschleiern, die sich davor schieben, sich in den Vordergrund drängen und subtile Hoffnungen, Aussichten suggerieren, in denen dann ein Teil der Energie gebunden ist. Hoffnungen, Aussichten, die aus dem Hier und Jetzt in etwas Imaginäres hinein ziehen, in etwas, das nicht wirklich ist... es ist pervers. Echt! Dabei fühlt man sich ohne all das so viel freier, gesünder, harmonischer, so ganz und satt. Alles Brauchen ist imaginär, ist Einbildung. Ich sehne mich nach einer einsamen Berghütte, will sehen, ob ich so was finde, wo ich im Sommer mal hin fahren kann, ganz allein. Möglichst weit oben, möglichst einsam... am liebsten recht primitiv... Das Leben ist schön, so ohne Illusionen. So grundlegend. So schön unten, auf dem Boden, voll in der Wirklichkeit. Manchmal wird es jetzt schwierig, beispielsweise bei der Arbeit, wenn mir Leute wie früher ihre Geschichten erzählen - ich kann mich kaum mehr beherrschen, ihnen nicht ins Wort zu fallen, und zu sagen: interessiert mich nicht! Welche Energie- und Zeitverschwendung, immer dieses Gründeln in der Vergangenheit, Stories von irgendwann, Erlebnisse, die längst vorbei sind, oder Wünsche und Hoffnungen auf die Zukunft... Heute Abend genieße ich die Stille wie schon lange nicht mehr... kein Fernseher, keine Musik, keine Ablenkung. Nur Stille.
Sonntag, 18. Februar 2007 11.00 Uhr Heute morgen ist wieder etwas Wundersames geschehen. Ich las in dem Buch von Felix Gronau, und las das, was ich schon hundertmal gelesen hatte in anderen oder sogar den gleichen Worten, doch diesmal riss es mich voll in die Stille hinein. Da stand: "DU BIST DAS WAS SIEHT!" Das wusste ich bereits, doch plötzlich WAR ich das was sieht, und erkannte es als "mich", als mein Wesen. Und war in einer gänzlich mühelosen Stille, die ich ebenfalls schon kannte, doch jetzt ist sie ganz und gar Ich. ICH BIN STILLE. Und alles, was erscheint, erscheint IN dieser Stille, die ICH BIN. Alles, alles sind Objekte, die in dieser Stille erscheinen. Überhaupt ist es eine bombastische Klarheit, die mit der Stille gekommen ist, pure Intelligenz, und jegliches Werten verpufft. Machte einen lange Spatziergang, an diesem herrlich sonnigen Sonntagmorgen und bin auch jetzt noch diese Stille, diese wunderbare Klarheit. Und erfahre nun endlich auch den Frieden des Verstandes, nachdem ich den Frieden des Herzens schon ein Jahr lang kosten durfte. Oh my god, ich bin so dankbar! Dankbarkeit, ein Objekt in der Stille... nicht wesentlich... aber egal. Alles egal. Tatsächlich alles egal. Es wird nichts gebraucht, mir laufen die Tränen, egal, auch Objekt... Abends: Weiß ja nicht, ob irgendwas anders ist, eigentlich nicht, und doch ist es anders, ist diese Stille dermaßen intensiv, und alles was ist, ist "drin" und nicht mehr davor oder darüber... Die Gedanken nur ganz leise... alles nicht wichtig, alles leicht und schwerelos, keine Urteile mehr, keine Wichtigkeit mehr, kein Wollen mehr, einfach nur Stille sein. Hatte Besuch, drei Jahre nicht gesehen, war nett. Waren wandern, sind eingekehrt, viel Luft und auch Sonne, Weite, Landschaft, Stille, Stille, Stille - dennoch Gespräche, doch sie fanden IN der Stille statt, und eigentlich hat niemand was gesagt.... Oh wie schön, wenn der Verstand verloren ist... bzw. seine Wichtigkeit verloren ist, all die vielen, dummen Gedanken endlich keine Rolle mehr spielen.... Und die Klarheit ist unbeschreiblich, einfach klar, durchsichtig, ein ganz hohes Pfeifen im rechten Ohr, nicht schlimm, ist ok. Oft Kribbeln im Kopf oder Nacken. Und Weite, Endlosigkeit, Grenzenlosigkeit, jetzt eben nicht nur im Herzen, auch im Kopf, bzw. die ganze Welt ist so. Habe dem Besuch von der Wandlung vor einem Jahr erzählt, er hat vieles verstanden. Manches auch nicht, auch egal. Muss aufpassen, manche mögen es nicht, wenn man das Ego nicht mehr wichtig nimmt... er meinte, mein Weg sei streng! Hahahahaha, schallendes Gelächter, streng! Quatsch. Völlig unstreng, so leicht, so herrlich leicht, alles leicht und locker. Hab ja mein Ego nicht weg gepeitscht, es gibt's doch gar nicht, aber wer dran glaubt, kann es sich nicht vorstellen. Eins ist mir klar geworden: werde jetzt alles daran setzen, weniger arbeiten zu müssen - egal, auch wenn's Geld weniger wird, es muss einfach sein. Bin froh, dass das endlich klar ist.
Montag, 19. Februar 2007 8.00 Uhr Will gar nicht viel schreiben, weil alles Schreiben gleich Denken ist, und Denken mag ich grad gar nicht wichtig nehmen... Ja, die Stille ist immer da, nicht nur da, sie ist Ich, bzw. es gibt ja kein Ich, es gibt nur Stille. Es ist ein Witz, dass man so vieles, was in der Stille erscheint, dermaßen wichtig nimmt. Das ist also "Gewahrsein". Also, eine Beschreibung ist unmöglich, gibt auch wieder nur einige entfernt treffende Worte: Sattheit, Fülle, Liebe, SEIN, eben: Stille. Aber das sind auch alles wieder Gedanken, nicht das was es wirklich ist. Glaube, man nennt das "Brahman", keine Ahnung, auch egal. Egal, wie man die Dinge nennt. Auch nur ein Wort. Sobald man es benennt, ist es ein Objekt, die Stille ist aber über den Objekten, bzw. sie sind IN der Stille, tauchen auf und vergehen wieder... hihi... Advaita-Gequassel... wie ich das immer gehasst habe... WER ist der, der sieht? WER ist der der denkt? WER ist der der blalbalba? Ja, WER denn???? NIEMAND, reine Stille, gewaltiger Gott, jenseits von jedem Gedanken und doch nicht getrennt davon. Kein Ich weit und breit, bzw. ein Ich ist nichts anderes als eines der vielen "Objekte", die da so alle auftauchen und wieder verschwinden. Ja, so. fertig, mehr gibt's nicht. Reicht auch. Unendlichkeit sollte reichen, nicht? Glucks... kindisches Lachen in mir, dauernd. Jetzt weiß ich, warum der Tolle immer so rum gluckst in seinen Vorträgen... es ist wohl ein Witz, der immer wieder lustig ist. Das reine Sehen, Gewahrsein zu sein, ist uns bekannt. Kinder, Kleinkinder... ich erinnere mich, als ich so mit sechs bei meiner Oma manchmal in den Ferien war, wie ich dort alles sehr wach einfach nur sah, die Räume, die Möbel, die Gerüche, die Hunde, die Bücher im Regal, der Ölofen, Brote mit Salami, Milch, der Garten, die Vögel, der Wald, die Rehe, es war ein stilles Wahrnehmen all der Dinge, die da waren und keinerlei Ich-Bewusstsein. Das kennt wirklich jeder, die Erinnerung daran kommt zurück, wenn Stille eintritt.
21.2.07 13.45 Uhr Was ich bei Felix Gronau gelesen habe, beschäftigt mich stark. Diese Aussage, nichts ist bedeutungsvoll, auch man selbst ist nicht bedeutungsvoll, nichts hat eine Bedeutung, Bedeutung gibt immer nur der Verstand. Ja. Es ist gut, sich das immer wieder klar zu machen, wenn der Verstand wieder Bedeutung kreiert. Mir wird klar, dass da immer noch so viel Sucht nach Bedeutung da ist... in mir... dieses Buch zu schreiben, dieses Forum, diese Homepage... was soll das? Lustig ist, wenn man es aufgibt, bedeutungsvoll sein zu wollen, kehrt ganz von selbst tiefe Stille ein... da gibts ja nix mehr zu denken... ja wo kommen wir da hin???? Etwa ins Nichts? Alle Bedeutungen fahren zu lassen, ist sehr erleichternd, hab ich fest gestellt. Tatsächlich wird sogar der Körper ganz leicht, wie ätherisch, heute morgen lief ich wie auf Wolken zur Arbeit. Eigentlich ist dann nur noch Wachsamkeit angesagt, wehret den aus dem mind kommenden Bedeutungen, bzw. schaut sie an - alles Lügen, nicht ein Wort wahr! Dann platzt wiedermal eine Seifenblase. Und dann fließen wieder Glücksgefühle, die auch keine Bedeutung haben. Ohne Bedeutung lebt es sich wunderbar einfach, recht unkompliziert... Dann ist mir noch klar geworden, dass mein "Problem", dass ich immer wieder auf den Traummann hoffe, auch nur deshalb ein Problem ist, weil ich den entsprechenden Gedankenketten und Wünschen Glauben schenke. Wenn das nicht geschieht, platzen sie genauso wie Bedeutungen. Zerfließen, bzw. sind einfach weg... So völlig mir nichts dir nichts weg.... Oh, ich liebe dieses Leben, indem man so wunderbar forschen kann und das alles ausprobieren!!! Heute Nacht seit langem mal wieder von Giaco geträumt. War ein schöner, ein sanfter und freundlicher Traum mit guten Gefühlen, Gesprächen und Einverstandensein. Er glaubt vielleicht noch immer, dass er lebt...
Freitag, 23. Februar 2007 20.00 Uhr Ich merke immer mehr, dass ich am liebsten nur noch alleine wäre... Andere Menschen, im Kontakt entstehende Gespräche, vor allem belangslose Gespräche empfinde ich als anstrengend und schwer erträglich. Will ja nicht die Leute vor den Kopf stoßen. Aber wie geht man damit um? Die meisten Gespräche sind belanglos oder überflüssig. Wenn ich viel schweige, fragen mich die Leute, ob ich schlecht gelaunt bin oder ob ich was habe... sie gucken mich ohnehin schon öfter komisch an, weil sie denken, es stimmt was nicht mit mir. Doch irgendwie finden sie nichts, wo sie andocken könnten, worauf sie sich mit ihrem Gefühl beziehen könnten. Ich brauche den Anblick des Himmels, um mich zu entspannen. Sobald ich draußen bin, kann ich tief durchatmen und zerfließen. Die Stille ist immer da, die Menschen hören sie nicht. Die Ewigkeit ist immer da, die Menschen fühlen sie nicht. Sie plappern ihre kleinen Zeit-Geschichten vor sich hin, in die Ewigkeit hinein, als würde das die Ewigkeit jucken... Nein, sie merken gar nichts von der Ewigkeit. Sie beklagen sich ständig. Sie nehmen sich ungeheuer wichtig. Sie halten sich für den Nabel der Welt. Sie können nicht mehr hinhören, lauschen, sich öffnen, sie quasseln die Ewigkeit zu, texten ihren Bullshit in die Stille. Der Stille ist das egal. Mir eigentlich auch, es fällt mir nur auf. Und ich für mein Teil wäre lieber mehr ungestört mit der Stille. Eintauchen, grenzenlos. Kann verstehen, dass manche für Jahre Eremit geworden sind. Alles ist unendlich geliebt. Manchmal will der Verstand immer noch neue Geschichten haben, nach alter Manier sucht er dann nach Dingen, die Sensationen oder Aufregung versprechen könnten. Doch da ist etwas in mir, das stärker ist, das weiß, dass keine Aufregung mehr erstrebenswert ist, dass im Gegenteil im Weglassen jeder Aufregung das Glück aufscheint, und dass Aufregung es nur verdeckt und nur einen Anschein von Glück erzeugt, der nicht stimmt. Ich bin so froh, dass alles so gekommen ist - und das jetzt Wochenende ist!!!!
Samstag, 24. Februar 2007 7.00 Uhr Alles ist so still. Wie an Weihnachten, wenn Schnee liegt. Wie damals, als Papa starb. Diese Stille ist es, in die alles eingeht, und aus der alles kommt, und IN der alles statt findet. Diese Stille kann man nicht "haben". Sie ist kein Konzept. Sie ist das Gegenteil von allem. Sie ist das, wo nichts ist. Wo die Gedanken ruhen. Und wenn man sich in sie hinein entspannen kann, kommt Köstlichkeit, kommen Frieden, Glückseligkeit, die Freude des Wesens, das endlich nach Hause darf. Ganz einfach. Ganz sanft. Ganz lieb. Der Verstand ist ein Kristall mit der Tendenz zum Wachstum, doch er ist durchsichtig. Kristall in ständiger Bewegung, mal klein, mal groß - schlechtes Bild. Nächstes Bild. Also doch: eine Seifenblase. Die platzt und sich wieder bildet... In ihr ist: nichts. Um sie herum ist: auch nichts. Sie selbst besteht aus: Nichts. Die Suche nach Göttern und Engeln, oder nach was auch immer, ist auch im Grunde nur eine Tendenz des Verstandes, um sein Sterben müssen zu verhindern. Er erzeugt damit auch wieder eine geniale Wichtigkeit der Person, die sich dann von Göttern oder Engeln geliebt und gewürdigt sehen kann. Welche Ehre, von einem Gott besucht zu werden!!! Mit einem Gott in Kontakt treten zu dürfen! Welcher Beweis für die Fortgeschrittenheit der eigenen Spiritualität! Und welcher Beweis für die Verblendung, in der man noch verharrt. Naja, die Stille ist ja auch "langweilig". Ohne Sensationen. So klein und uninteressant. So leise, so unaufdringlich - man kann es nicht glauben, dass es dieses "kleine Bisschen" sein soll. Nein, das kann's nicht sein, sagt der mind. Doch er weiß nicht, wie groß dieses kleine Bisschen werden kann - dass es schier zum Alles werden kann. Und gleichzeitig das Nichts von allem bedeutet.
Mittwoch, 28. Februar 2007 Es war/ist sehr interessant, das Buch von Pyar zu lesen, und es wird wirklich sonnenklar, dass das, was ihr passiert ist, das Gleiche ist, was mir passiert ist - und es ist das Gleiche, ob es ihr oder mir oder Samarpan oder Buddha oder Jesus passiert ist.... es ist einfach immer das Gleiche. Es stimmt ja auch die Aussage, dass es niemals ein Ankommen gibt, dass man niemals sagen kann, man sei irgendwo angekommen, oder habe etwas erreicht... das ist es ja genau, dass nichts endgültig erreicht wird, da es immer nur im Jetzt erfahren werden kann. Und doch ändert sich so vieles... Und es gibt Ablenkungen, es gibt Abschweifungen des Verstandes, es gibt das alles - und dennoch... kann man gar nicht heraus fallen aus dem, was man ist, dass man IST, dass alles IST - Sie erlebte genau wie ich die Reinigung und erlebte genau wie ich die damit zusammen hängenden Veränderungen. Es gibt kein mehr oder weniger erleuchtet sein, es gibt kein mehr oder weniger erwacht sein, es gibt nur ein entweder ja oder nein erwacht sein - und das ist nichts anders als eine völlige Verwandlung der Sicht, des Standpunktes, der plötzlich alles von Innen statt von Außen sieht - oder umgekehrt, wie man will. Auf jeden Fall wird Innen zu Außen und Außen zu Innen, vielmehr, Außen und Innen verschmelzen miteinander. Und der Körper ist kaum oder gar nicht mehr spürbar als "Hort" einer wie auch immer gearteten Seele. Der Körper ist sehr luftig, sehr unkörperlich. Ich spüre ihn eigentlich nur, wenn irgendeine "Sensation" in ihm statt findet wie Schmerz oder Lust, oder Hunger oder Durst. Ansonsten ist er völlig gefühllos und wie nicht vorhanden. Ich selbst empfinde mich als Raum, der leer ist. Ich bin Raum. Ewiges Jetzt. Ich bin Hier. Es ist einfach das was gerade ist. Mehr nicht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und das ist erfüllend, bis an den Rand. Sättigend und völlig ausreichend. Ein Reich - bis ans Ende der Welt und wieder zurück, endlos. Am Schönsten ist morgens die unendliche Weite, die ich bin, die ich dann noch lange, lange in den Tag tragen kann. Je länger es gelingt, Gedankenfrei zu bleiben, umso länger dauert dieses Ruhen in der Weite und Endlosigkeit. Und IN dieser Weite geschehen die Träume der Nacht wie auch des Tages. Alles Träume. Der Wunsch, mehr und mehr in der Stille zu sein, ist auch nur ein Wunsch und eine überflüssige Unzufriedenheit. Wenn keine Stille da ist, kann man auch das annehmen, und schon erscheint wieder Frieden. Im prallen Leben kann nicht immer völlige innere Stille herrschen - wohl aber die Stille, in der aller Lärm erscheint.... und wieder vergeht. Es ist eine Bestätigung für die Wirklichkeit meiner Erfahrung, wenn ich Pyars Buch lese, denn immer wieder kommen Zweifel, ob es DAS wirklich sein kann, ob ich nicht einer Einbildung aufsitze, denn aus alter Gewohnheit denke ich, es kann nicht sein, dass mir das geschehen ist, was so großartigen Menschen geschehen ist, die deswegen in die Geschichte eingegangen sind etc.... Doch ich weiß, dass es so ist, und dass ich sowieso nichts dafür kann, habe ja nichts Besonderes getan dafür... im Gegenteil. Oft dachte ich, es kann nicht sein, dass mir das passiert ist. Es muss eine Täuschung sein. Aber es ist keine Täuschung, da es bleibt und verwandelt und immer weiter geht. Gnade, Gnade, Gnade, welche Gnade waltet in dieser Welt. Und welcher Witz ist das Ganze... Nicht zu fassen.... |