Sonntag, 14.5.06 gegen 14.00 Uhr draußen Was mein nach wie vor täglich neues Leben anlangt, so ist es wirklich nicht mitteilbar, was eigentlich geschehen ist, und es ist lustig, dass ja Mutti durch ihren Schlaganfall das Gleiche passiert ist. Das Erwachen zur Buddha-Natur ist eine lustige Sache, weil es keiner merkt, weil es das Normalste auf der Welt ist, in der Buddha-Natur zu sein. Was unnormal ist, ist das Andere. Und da alle in der Buddhanatur zu Hause sind, merkt es keiner, da es so normal ist. Sie merken eigentlich nur, wenn sie es nicht sind... eben dass sie getrennt sind. Die einfache und herzliche Art des Erwachten, ganz und gar im Hier und Jetzt zu sein, ist unauffällig und wird höchstens als angenehme Veränderung eines Menschen empfunden. Es gibt nichts zu erzählen, nichts zu sagen, nichts zu lehren und nichts zu tun. Leben, leben, leben, ständig im Jetzt, es nehmen wie es kommt. Schön ist das, und leichter als es war. Sogar wenn es anstrengend ist, ist es leichter. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich bin noch immer oft im Ich gefangen, es will sich immer noch, immer wieder damit identifizieren, und ich kehre wieder zur Übung zurück zu sagen: bin ich nicht... So muss alles allmählich verbrannt werden. Doch das Schöne ist nach wie vor, dass die Sehnsucht weg ist, die Getrenntheit vorbei, die Suche beendet. Es ist gefunden, und Stille tritt leicht ein. Und Nichtsein, Auflösung, herrliche Stille und Fülle und Nichtsein. Bei Mutti läuft all das unbewusst wie beim Tier. Sie jagt atemlos im Jetzt, ohne den Halt der Stille und des Bewusstseins, weil sie vom Verstand her nicht mit gekriegt hat, was geschehen ist, und nun ist der Verstand nicht mehr imstande, das zu reflektieren. Doch das tut ihrem inneren Glück, ihrer Zufriedenheit und ihrem seitdem völlig sonnigen, weil göttlichen Wesen keinen Abbruch. Es muss wohl nicht sein, dass es bewusst geschieht. Kinder und geistig Behinderte sind "erwacht", aber da ist das der falsche Ausdruck, sie sind mehr erleuchtet im Sinne von einfach schon "da". Der Sucher muss erst hin gelangen, um fest zu stellen, dass er schon immer da war. Lustig. Und sagt man ihm das, glaubt er es nicht, weil es nicht sein kann, in seinen Augen.
Donnerstag, 25. Mai 2006 (Vatertag) Ich kann nur sagen, dass ich den Frieden in mir gefunden habe. Einen Frieden, der im Herzen liegt, dort ruht, dort immer ist. Was Unfrieden stiftet, ist nur das Denken, das ewige Streben und Wollen. Ist der Kreislauf einmal wirklich unterbrochen, hat es keine Macht mehr, dann füllt der Frieden alles aus, auch das, was vorher immer wollte und strebte. Es ist ein ungeheures Geschenk - und ich kann nicht sagen, dass es mir geschenkt wurde. Denn es ist ja immer und in jedem da. Es ist jedem Menschen geschenkt. Er selbst trennt sich davon ab. Dass der Frieden einfließen konnte, ist nicht mein Verdienst. Oder doch? Das lange,lange Suchen, das immer weiter Suchen, das Hoffen und Bangen, bis Er endlich kommt. Nein. Ich glaube, wichtiger als die Suche ist das Vertrauen ins eigene Wesen, darein, dass alles in dir wohnt. Immer wohnt es in dir, jede Sekunde, und bevor du da warst, war es da und wird immer da sein... Und du bist hier, um dies zu erfahren, zu bezeugen und zu erleben. So wirst du aus einem Samen zur Blume, die duftet, sie strömt Gott aus. In diesem Frieden gibt es nichts, das nicht "in Ordnung" wäre... Der Frieden geht einher mit Glückseligkeit und Stille. Das alles ist der Ozean. Gedanken, Wollen und Streben erheben sich wie Wellen daraus hervor... doch sie fließen wieder hinein und haben keinen Bestand. Wir alle sind Wellen, dieses Oberflächenbewusstsein ist eine Welle, Teil und doch Alles. Wie könnte das alles ohne Liebe sein? Es ist eine unendliche Liebe, Sein und Liebe sind dasselbe. Die Vögel zwitschern es, die Blätter rascheln es, der Wind säuselt es.... Das Herz klopft es. Bewegung ist Leben, ist Sein, ist Liebe. Dankbarkeit erfüllt mein Herz. Und tiefes Glück im Einssein. Es ist nicht mehr so, dass ich auf einem Altar Kerzen oder Räucherwerk anzünden muss, um mich an Gott zu erinnern... Die Kerze brennt in mir - immer. Der Duft ist da - immer. Es wohnt in der Bust der größte Reichtum, der dem Menschen geschenkt werden kann. Kein Wort kann es sagen, kein Name nennen, kein Gedanke oder Gefühl kommt dem gleich. Es ist wahrlich ein Schatz! ICH bin erleuchtet? Nein. Wir alle sind erleuchtet! Schau doch nur mal hin! Nein, es ruft nicht nach dir. Es schweigt, sanft, leise, wie ein Duft. Es ist nie weg, schließt nie seine Pforten, ist immer offen für dich, wartet ohne zu warten. Du kannst es jederzeit erreichen, es gibt keine Entfernung. Alles wohnt in dir. Kein Wort von außen kann dich da hin bringen, kein Meister und keine Schule, keine Theorie. So lange du an Welten hängst und an Ebenen, an Engeln und Göttern, so lange findest du es nicht. Hängst du an nichts mehr, nimmt es dich auf, in seinen Schoß. Du warst nie geborgener, nie sicherer, nie glücklicher und friedlicher. Und wenn du dich suchst, findest du niemanden mehr - weil du Alles bist. |