September 2006

Donnerstag, 14.9.06

Himmel nochmal, es ist einfach so, dass sich fast nichts geändert hat. Komisch ist das, einerseits fühle ich mich komplett anders, andererseits fühle ich mich komplett wie früher. Das Einzige ist: die Suche ist weg, die Trennung ist weg. Was nachwievor da ist sind Launen, Stimmungen, auch mal Aggressionen oder liebevolle Zeiten... manchmal wache ich auf und bin einfach Scheiße drauf. Dann wieder alles super.... Ok, es ist alles nicht mehr so extrem wie früher, aber dennoch ist es noch so.

Kann nicht sein, bei den Erleuchteten ist das bestimmt alles weg.

Fuhr heute morgen sooo entspannt im Zug... Das Ego ist wie Glas, durchsichtig, einfach unwirklich. Und die Kraft ist raus. Nur noch ein Knötchen in der Substanz, die Geist heißt. Ein lockeres Knötchen.... Es bedarf nur eines ganz kleinen - wie soll man es nennen - Impulses? Anlasses? Ein kleines Fingerschnippen, und es ist nichts mehr da, dann kommt die Weite. Entspannung. Suuuuper. Aber leider denke ich so viel, dass ich kaum dazu komme, es kaum genießen kann... Wie früher sehne ich mich nach Ruhe, danach, endlich Zeit zu haben... dabei müsste ich nur öfter schnippen, schon wäre Ruhe da.

Schade, dass die schönen Folgen des Erwachens wieder nachlassen. So isses aber halt mal. Aber dennoch: es ist alles gleichzeitig da, Stille und Denken, Frieden und Unruhe, Ego und Nichtego... man kann es nicht mehr beschreiben und schon gar niemandem verständlich machen.

Träumte heute Nacht von Frédéric Lionel. Hatte ihn ewig nicht gesehen, und da kam er auf mich zu, an einem Bahnhof, an dem gerade ein Zug einfuhr. Geneviéve war bei ihm. Er machte eine Art Luftsprung, um den Zug zu begrüßen. Er war fit, gesund und relativ jugendlich. Und dann nahmen wir uns lange und sehr, sehr innig in die Arme. Ich fühle seinen Körper noch. Es war äußerst herzlich und nicht mehr wie früher: Meister/Schüler, sondern Mensch/Mensch. Ganz normal, einfach total freudvoll. War ein schöner Traum, sehr angenehme Gefühle.

Abends

Was ich schon die ganze Zeit aufschreiben wollte ist, dass mein Gemütszustand dermaßen ausgeglichen ist, dass es schon fast unheimlich ist... jetzt mal abgesehen von Launen, ich meine die beiden Gefühle, die man "Liebe" und "Hass" nennt. Ok, hassen konnte ich noch nie gut. Das kenne ich schon, aber die Liebe ist mir auch abhanden gekommen. Wenn ich in mein Herz gucke, so empfinde ich herzlich wenig - im Vergleich zu früher jedenfalls.

Da ist ein schönes, warmes Grundgefühl, das ich als unwandelbar in Freud und Leid bezeichnen würde. Das Gefühl zu leben, zu sein, und dieses Sein hat eine Basis, die tatsächlich nur mit dem Wort "Seligkeit" treffend beschrieben werden kann. Aber das ist ein ganz, ganz feines Empfinden, nichts Aufdringliches, Vordergründiges, ein Hintergrundfeeling.

Vor dieses Feeling hatte sich früher immer Lieben oder Leiden gesetzt. Lieben war dann etwas Glühendes, etwas Verlangendes, etwas Wünschendes, Abhängiges. Leiden war etwas Schmerzhaftes, Bauchlastiges, Ichhaftes, aus der Trennung kommendes. Dieses Leiden hat mich vollständig verlassen. Und mir scheint auch, es wird nicht wieder kommen. Niemals fühle ich mich einsam, niemals verlassen. Niemals getrennt. Nicht verschmäht, nicht hintergangen, nicht ungeliebt, nicht betrogen.

Aber genauso wenig fühle ich diese frühere Liebe, die besitzen möchte, die haben möchte, die braucht.

Fast fühle ich mich erkaltet - auf gewisse Art und Weise. Doch kalt ist es in mir auch nicht, aber doch erheblich abgekühlt. Auch das ganze Gejammer der Menschen stimmt mich selten weicher - ist doch so vieles selbst gemacht... und durch den Ich-Gedanken so sehr verstärkt, potenziert... unnötig verstärkt, unnötig leidbehaftet - der Mensch. Es tut mir schon leid, wenn er leidet, doch es erweckt vor allem Schulterzucken. Der Mensch ist durch das Ego geneigt, sich und alles mit diesem Ich Zusammenhängende ungeheuer wichtig zu nehmen und überzubewerten. Das gibt dem Leben und allem, was ihm geschieht, einen ungeheuren Ernst. Alles wird als bedeutend gesehen, als sehr, sehr ernst, als schwierig und problematisch... Dabei ist alles im Grunde leicht und locker, unwichtig und vergänglich, veränderlich und im Fluß. Da ja alles von alleine geschieht.

 

Freitag 15.09.06

Dann wieder schwimme ich in Glücksgefühlen, zur Zeit immenses Freiheitsgefühl... Das Wunderbare ist ja, das dieses Nichtsmüssen sich auf alles erstreckt, auch auf das Gebiet von Mann und Frau, also Beziehungen... Gott, war ich früher abhängig, brauchte einen Partner, wünschte mir jemanden, der mich ganz und gar versteht, träumte vom Traummann.... So viele Jahre gierte ich danach, suchte und wurde - was sonst? - immer wieder enttäuscht... Und nun? Keine Träume mehr, keine Wünsche mehr, keine Zukunftsvisionen oder Hoffnungen, auch kein Brauchen mehr, keine Einsamkeit mehr, keine Unausgefülltheit ohne Mann, nichts. Es ist ganz, voll, satt und kein Deut fehlt in mir. Wozu also noch etwas brauchen? Solange mein Magen gefüllt ist, und ich genug Schlaf bekomme, geht es mir gut, wird nichts gebraucht. Und seit einiger Zeit auch kein Alkohol mehr, mir fehlt nichts, ist sogar besser ohne als mit. Endlich ausreichend Schlaf und erholsam noch dazu...

 

Sonntag, 17. September 2006 8.00 Uhr

Ist schon irre, dass ich jetzt erst - nach 52 Jahren - dazu komme, das Leben GANZ zu leben, einfach zu leben, ohne hinter irgendetwas her zu jagen, einfach nur jeden Moment hier zu sein, ohne etwas zu wollen... Nichts, das erjagt werden müsste, erreicht werden müsste, angestrebt werden müsste. Nichts. Und in Momenten, in denen grad nichts hier so zu tun ist, kehrt sofort Stille ein und eine göttliche Ruhe.

Es ist wiedermal Sonntag, und die Natur spürt es auch... Sonnen-Tag... Tag des Herrn, Ruhe-Tag, aaah....

Ich weiß jetzt auch, warum die Erwachten so wirken, als wären sie Ego-los... (sind sie ja gar nicht)... weil sie völlig im Moment verschwinden. Das war die erste Erfahrung nach diesem Zustand auf der Bank. Die erste Tat, die ich bewusst ganz anders entschied als zuvor war, Mischa mitten in der Woche auf seinen Wunsch hin mit seinem Freund abends nach der Arbeit zu einem Konzert nach Heidelberg zu fahren und spät wieder abzuholen, und mir die Zwischenzeit in einer Kneipe/Restaurant mit einem Buch zu vertreiben... Und dafür "meine" kostbare Freizeit zu opfern, die ich sonst eifersüchtig gehütet hatte... da ich mich ja permanent ausgenutzt und überlastet fühlte...

Ab diesem Tag bestand kein Zwang mehr, etwas zu hüten, etwas zurück zu halten, etwas nicht zu tun. Es war mit einem Mal klar: es ist egal was man tut, Hauptsache, man tut es. Im Jetzt gibt es weder Verschwendung noch Langeweile, egal wo, wie und warum... es zählt einzig, wach, hier und jetzt zu SEIN, die Taten tun sich von selbst. Wichtig ist einzig: ICH BIN. Wo ich bin, was ich tue, ob vor dem Fernseher oder in der Kneipe oder im Bett... egal. Wenn ich bei mir bin, in mir, im SEIN, gibt es kein Gut oder Schlecht.

Zeit ist etwas, das vergeht. Immer. Egal was man tut. Das ist die Vertikale. Die Horizontale ist das SEIN. Das ewig ist. Immer. Endlos. Mit dem Bewusstsein dort zu verweilen (jesses, klingt schon wie Ramana Maharshi ;-)) ist das einzig Wichtige.

Und dafür ist der Sonntag extrem geeignet!!!

 

22.9.06 8.00 Uhr im Zug

Heute ist ganz stark ein Gefühl von ungeheurer Reinheit im Vordergrund. Ich fühle mich so rein, so klar, wie frisch geputztes Glas, mein Bauch von Innen gereinigt, nichts was belastet. Vielleicht ist es auch das glasklare, herrliche Wetter, das dieses Gefühl mit verursacht... Morgens kühl, die Sonne scheint schräg in langen Strahlen. In den Hügeln steigt zarter Nebel auf, an manchen Stellen Schwaden... das Licht so weich, so sanft, so klar... ach, einfach herrlich.

 

23.9.06 6,40 Uhr

Doch immer wieder sind auch viele Gedanken da. Morgens ist die Stille jedoch immer am intensivsten, da ist die Entspannung am größten und das einfach-Sein. Lieber wäre mir, es gelänge öfter, in diese herrliche Stille abzutauchen. Doch ich bin nicht mehr fähig, wie früher, an mir zu arbeiten, an mir zu feilen, denn ich habe nichts Greifbares mehr, an dem ich arbeiten könnte... An WEM soll denn gefeilt werden? Die Dinge, wie Gedanken auch, geschehen einfach.

Gestern las ich mal wieder in Eckhart Tolles "Jetzt"... nur den Anfang.... Da überkam mich eine Ruhe und Entspannung, nur beim Schildern seiner großen Seins-Erfahrung, und mit dieser Ruhe das Bedürfnis danach, nur noch in dieser Ruhe sein zu können. Diese schöne Stille, dieser göttliche Frieden, sie haben etwas Magisches, Aufsaugendes, Und so oft steht der Verstand davor und macht sich wichtig. Aber, ich habe ihn durchschaut. Er ist gar nicht wichtig, kein Stück.

Wie Tolle schilderte am morgen "danach", als er von einem göttlichen Klang, von einem Vogelzwitschern geweckt wurde... Oh wie sehr, sehr gut kann ich das verstehen und weiß genau, was er meint. Und von I. weiß ich ja nun, dass durch dieses Buch Leute erwacht sind... ja, das kann ich mir gut vorstellen.

Auf gewisse Weise ist bei mir noch immer ein Ich da. Doch, es ist nicht möglich, dieses Ich zu bekämpfen oder loszuwerden, da es völlig genügt, es zu durchschauen. Als unwirklich, als Fake. Es hampelt ja immer weiter herum. Es könnte vielleicht in der Lautstärke etwas leiser sein... bei mir ist es manchmal noch recht laut. Das ist ein schöner Vergleich... Lieber wäre mir, es wäre leiser. Doch mein Leben ist so unruhig, dass das Abtauchen nicht oft möglich ist. Kämpfen und daran arbeiten ist vollständig unmöglich, es kann nur als Nichts erkannt werden.

Wie sehr sehne ich mich nach Ruhe und Stille, und schreibe hier Worte auf, anstatt sie JETZT einfach zuzulassen, die große Ruhe und Entspannung. Jaja, genau das ist es. Bei allen Menschen.

Im Grunde gibt es nichts anderes aufzuschreiben als eben dies.

Sah gestern ein Video von Balsekar und war doch etwas entsetzt und auch irgendwie gelangweilt: er sprach von seinem liebsten und wichtigsten "Konzept"... Was der Mensch sei etc... So hat nun also auch ein Balsekar noch ein Konzept gehabt? Wie es scheint... Auch seine Gedanken kamen nicht für alle Zeiten zum Stillstand. Auch ein Tolle muss Gedanken haben, um ein Buch zu schreiben. Und Reflexe, Impulse.

Ich liebe die Morgenstunden, die Reinheit und das Begrüßen der Sonne. Alle Wesen begrüßen die Sonne, nur der Mensch nicht. Er ignoriert sie einfach. Doch tief drinnen freut sich etwas, wenn es hell wird und jeder, der die Vorhänge zurückschlägt oder das Rollo hoch zieht, empfindet einen kurzen Moment der Freude und Feierlichkeit, es sei denn, er ist depressiv und hat seine innere Sonee verschüttet.

Ja, der Weg endet nicht. Das finale Ankommen... vielleicht dann doch beim Sterben... die große Entspannung...

 

später

Vorhin hab ich mich gefragt, was ich wohl heute auf die Frage sagen würde, "wohin" Giaco eigentlich gegangen ist... Es fällt mir nur eine Antwort ein, bzw. zwei: Er war nie da, und: er ist nicht weg. Eine Person war nie wirklich da, und das Sein kann nicht vergehen... Und dies ist tatsächlich auch mein Empfinden. Die Person hat es nie wirklich gegeben, sie war nur eine Weise des Seins, hier zu erscheinen. Sie ging unter wie eine Welle im Wasser, und da alles aus Wasser ist, ist auch nichts verschwunden.

Ich glaub, ich geh noch mal joggen... super Wetter draußen!

 

Sonntag, 24.9.06

Träumte heute Nacht wieder mal von Giaco, der sozusagen schon tot war, es aber immer noch nicht glauben konnte, und in seiner endgültig allerletzten Agonie lag. Obwohl er im Prinzip schon tot gewesen war und tagelang so gelegen hatte, erwachte er wieder, fing an zu würgen und erbrach noch ein letztes Mal. Und ich versuchte schnell, was unterzulegen... (typisch). Er brachte sozusagen seine allerletzten Kräfte auf und starb dann endgültig. Ich war gar nicht mehr dabei, war gerade raus gegangen in dem Moment, aber das war irgendwie nicht schlimm. Das Wichtigste war, dass er es endlich geschafft hatte.

Und eben sehe ich gerade beim Gießen, dass die Gerbera, die er mir mal geschenkt hatte, seit Ewigkeiten wieder eine Blüte hat, sie geht gerade auf. Die erste Blüte seit er starb...

Ob er vielleicht grad wieder inkarniert? Kein Schimmer. Aber da die Kirchturmuhr gerade 12 schlägt, könnte es schon sein... Hahaha, Wahnsinn... Und jetzt: Sonntags-Geläut in Krumbach. Vielleicht konnte er auch endlich ins große Meer eingehen, sich auflösen... es wäre ja ein Segen!!! Er hat sich so gequält, sein ganzes Leben, und darüber hinaus... möge es endlich zu Ende sein.

Vorhin wieder in Tolles "Jetzt" gelesen und fest gestellt, dass jeder Erwachte, auch er, versucht, den Menschen das rüber zu bringen, was er erfahren hat, und vor allen Dingen WIE er dazu gekommen ist, diese Erfahrung zu machen.

Und ich stelle immer wieder fest, dass eine Verzweiflung da sein muss, bevor Erwachen kommen kann - ein dringendes, drängendes Verzweifeltsein und Lösungwollen. Der Kampf gipfelt dann in der Hingabe an die unausweichliche Erkenntnis der Ohnmacht... und alles kann in Sekunden oder wenigen Stunden geschehen, wenn es denn sein soll. Es ist schön, und voll gerechtfertigt, dass sein Buch diesen immensen Erfolg hat. Er wird mit dem Geld schon was Sinnvolles anfangen... kann gar nicht anders sein.

Hab Heute das Gefühl, als würde das Sein sich weiter im Gehirn fort setzen, voran schreiten, also die Hirnwindungen füllen, so dass weniger Denken darin Platz hat und mehr Sein. Es ist nur eine Sache des Geschehenlassens.

Naja, kann morgen wieder anders sein...

 

Später

Sex geht irgendwie gar nicht mehr an mich... muss an der Hormonumstellung liegen... Da ist eine Erinnerung daran, aber keine Lust, kein Begehren, auch der Versuch, sich Vorstellungen zu machen, scheitert. Kann mir nichts mehr richtig ausmalen, demnach auch keine Erregung mehr "künstlich" erzeugen...

Übrigens, ganz ähnlich ist es neuerdings mit Angst, ist mir kürzlich erst aufgefallen, als ich mit F. in den Bergen war und nach alter Manier an einer komplizierten Stelle beim Wandern "Angst" bekam. Ich sollte über einen Fluss über die Felsen klettern - dazwischen das ziemlich reißende Wasser. Wie aus alter Gewohnheit reagierte der Körper und schreckte zurück. Das Gesicht verzog sich, der Körper zauderte, wollte nicht weiter, suchte Auswege... doch das Verrückte war, dass eigentlich gar keine Panik aufstieg und alle physischen Symptome der Angst ausblieben. Kein Herzklopfen, kein Schweiß-Ausbruch, kein Adrenalin... Schließlich überwand der Körper seinen Widerwillen und tat das Notwendige, irgendwie..., und auch danach kam keine rechte Erleichterung auf... Es war so, wie wenn alles nach einem altem Programm ablaufen würde, das seinen Sinn verloren hat. Und in Wirklichkeit geschah: NICHTS. Es gab eigentlich keine Angst. Nur eine alte Reaktion, die aussah wie Angst.

Vielleicht ist das jetzt genauso ein Lernprozess wie mit dem Jagen nach Freizeit.... Dass ich erst begreifen und mich daran gewöhnen muss, dass in Wirklichkeit gar keine Angst da ist, dass ich also weiter gehen kann, wohin auch immer es führt... Denn meine Ängste waren ja auch wirklich immer übertrieben... Gestern tat ich das, bei meinem Spatziergang. Ich kletterte durch ein mannshohes Brennnesselfeld... und tat mir kaum weh dabei. Ich ignorierte die Beschwörungsformeln meines Intellekts: "Vorsicht, du tust dir weh! Vorsicht, du rutschst gleich aus und stürzt mit dem Gesicht in die Brennnesseln! Vorsicht! Nachher tut dir alles weh!" Gott was für ein Theater... Die Brennesseln waren nicht allzu dicht, halt nur hoch, und ich ignorierte das und ging einfach immer weiter, Schritt für Schritt, wie es mir am Besten schien, um zu meinem Ziel, der Straße, zu kommen. Früher wäre ich umgekehrt und hätte lieber kilometerweite Umwege in Kauf genommen, bevor ich so was gemacht hätte.

Es ist also doch ein Prozess, bis die Programme allmählich umgewandelt werden und man selber überhaupt erstmal begreift, dass das kleine Ich in Wirklichkeit überhaupt nichts zu tun hat. Man kann getrost alles dem SEIN überlassen…

Inzwischen 3:0 für das SEIN.

 

Freitag, 29.09.06

Heute war wieder Kundalini-Nacht... ich hörte plötzlich (im Traum) Schritte, als käme Mischa durchs Wohnzimmer angelaufen, und plötzlich griffen (fühlte sich total echt an) zwei Hände unter die Decke und berührten mich von hinten an den Hüften, und ein Kribbeln stieg auf, war halb angenehm... die Berührung war auch ganz angenehm, doch wurde ich davon wach. Außerdem wieder schreiende Geräusche im Ohr... , der Rücken lebendig...

Und heute bin ich bin so nah am Wasser gebaut - sah ich mir einen Musik-Viedo-Clip von Vangelis an, eine Live-Aufnahme... wunderschön, und an der schönsten Stelle jagte die Kundalini plötzlich unvermittelt hoch, Schauer über Schauer, Kribbeln, Säuseln, die Haare zu Berge, kurz und fast orgiastisch... ein Höhepunkt, weil die Musik so sehr die Sehnsucht zu Gott wieder spiegelte... das wurde mir so bewusst, das ging mir so durch und durch, und die Begeisterung des Publikums... einfach herrlich, mir wurde klar, nichts ist so göttlich wie Musik... in dieser irdischen Dualität... Harmonie, Sehnsucht, Liebe...

Nachdem ich gestern Abend ein paar Seiten Gangaji gelesen hatte, wurde mir klar, wie sehr noch immer der Verstand mich von der Stille fernzuhalten versucht... wie sehr ich noch immer auf seine Geschichten höre... wie sehr er nachwievor eine Ich-Geschichte spinnen will... jetzt die von der erleuchteten Gabi... Er soll die Klappe halten. Heute war viel Stille, ich lasse sie einfach zu und höre nicht auf die Gedanken... dann verstummen sie von alleine... ganz einfach. Und aus der Stille kommen unglaubliche Wogen an Sanftheit, Liebe, Geborgenheit, Tiefe, Endlosigkeit, Schönheit, Liebe, Liebe, Liebe. Es ist so viel mehr als Ich. So viel mehr, und doch ist es Ich. Bei jeder Gelegenheit fließen heute Tränen bei mir... bin wie ein verlorenes Schaf in Papas Armen. Geliebt. Geborgen. Zuhause.

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