Zwei Wege könnte man als die Haupt-Wege zum Erwachen bezeichnen, und nicht nur zum Erwachen, sondern zum Voranschreiten zu wachsender Klarheit und Bewusstheit generell. Der Eine hat mehr "weibliche" Qualitäten und findet sich im Bhakti-Weg der yogischen Tradition des Hinduismus wieder, der Andere hat mehr "männliche" Qualitäten und findet sich im Jnana-Weg der gleichen Tradition wieder. 'Männlich' und 'weiblich' meint hier nicht, dass der eine Weg für Männer, der andere besser für Frauen ist, denn wir alle sind im Kern sowohl Mann als auch Frau. Es bedeutet nur, dass der eine Weg das Empfangende und Passive beinhaltet, der andere das Aktive und Schöpferische. Der Jnana-Weg bedient sich des Intellekts, der Bhakti-Weg des Gefühls. Beide Wege können unterschliedliche Chakren öffnen. Geist und Intellekt wollen genauso angesprochen sein wie Herz und Gefühl. Kein Weg führt zur Befreiung ohne den Anderen. Die Ausgewogenheit zwischen ihnen führt zu einer harmonischen Entwicklung. Beide Wege befruchten sich gegenseitig und bieten dadurch immer wieder Gelegenheit, tiefer zu gehen und sich selbst in immer neuen Facetten zu beleuchten. Du bist ein herrlicher Edelstein, der von allen Seiten betrachtet werden möchte, und in dessen Schliff sich das Licht immer neu und anders bricht. |